Zukunfts-Projekt
Meeres-Energie: Wie Wellen unseren Strom herbeischaukeln sollen

OE Boje 35 beim Bau in Portland. 

© PR

von Gernot Kramper

22.04.2021, 06:19 Uhr

Klimaneutrale Energie muss nicht von Windrädern erzeugt werden. Riesige Bojen können die Kraft der Wellen anzapfen. Das Problem: Die Anlagen müssen der zerstörerischen Kraft des Meeres standhalten und stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung.

Wind- und Sonnenenergie sind in aller Munde, die Wasserkraft führt ein Schattendasein. Die klassische Methode, Flüsse aufzustauen, ist in Europa weitgehend ausgereizt. Heutzutage wäre es auch nicht möglich, ganz Täler zu überfluten und die Bewohner zu vertreiben.

Bleibt die Kraft des Meeres. Seit Jahrzehnten wird an Gezeitenkraftwerken gearbeitet, die die unterschiedlichen Wasserstände von Ebbe und Flut ausnutzen. Wirklichen Erfolg hatten diese Bemühungen nicht: Auch wenn diese Art der Energieerzeugung im Prinzip funktioniert, stellte sich heraus, dass das Meer ein besonders feindliches Terrain für technische Installationen ist, und dazu neigt, fest mit dem Boden verbundene Installationen zu zerstören.

In mehr als 150 Ländern wird am 22. April der „Earth Day“ oder „Tag der Erde“ begangen, der zum Nachdenken über unseren Umgang mit der Umwelt anregen soll. Die Medien der Bertelsmann Content Alliance, zu denen auch der stern gehört, nehmen den Aktionstag zum Anlass, um unter dem Motto „Packen wir’s an“ über Umweltthemen und Klimawandel zu berichten.

Energie-Ernte auf dem Meer

Bis 2050 könnte 10 Prozent des in Europa benötigten Stroms auf den Meeren erzeugt werden. Ähnlich wie bei Windkraft nehmen europäische Unternehmen hier weltweit eine Spitzenstellung ein. Doch im Vergleich zu Windkraftwerken liegen die Installationen auf dem Meer mehr als 20 Jahre zurück. Während die neuen Windkraftwerke auf die…