Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, landeten 21 Familien mit 48 Erwachsenen und 55 Minderjährigen in Hannover. Sie werden auf mehrere Bundesländer verteilt. Innenminister Horst Seehofer stellte fest, die Aufnahme von Flüchtlingen von den griechischen Inseln sei damit abgeschlossen. „Wir haben Wort gehalten“. Er hoffe, „dass auch die anderen EU-Staaten ihre Zusagen zügig einlösen“, erklärte der Minister. Es gehe um die „Glaubwürdigkeit europäischer Zusammenarbeit“.

Ankunft am Flughafen

Wegen der schwierigen Umstände in den überfüllten griechischen Lagern hatten die EU-Staaten vergangenes Frühjahr beschlossen, 5200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auszufliegen. Deutschland erklärte sich bereit, 2750 Menschen aufzunehmen. Die ersten Kinder und Jugendlichen, die nach Deutschland kamen, trafen vor etwa einem Jahr ebenfalls in Hannover ein.

Nach einem Großbrand im Lager Moria auf Lesbos wurde die Evakuierung von den Inseln auch um Familienangehörige erweitert. Mit Stand 19. April seien 3658 Flüchtlinge in EU-Staaten, Norwegen und der Schweiz aufgenommen worden, teilte das Innenministerium in Berlin mit.

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl forderte indes ein neues Aufnahmeprogramm. Auch der Deutsche Caritasverband sprach sich dafür aus, die Aufnahme von Migranten fortzusetzen. Es handele sich um ein „Gebot der Humanität“.

uh/wa (dpa, afp, kna)