Es war ein Einstand der Superlative: US-Präsident Joe Biden hat in den vergangenen zwei Tagen bewiesen, wer die Hosen anhat in der internationalen Klimadiplomatie: Nicht die Uno, nicht die EU oder Deutschland, sondern die USA.

Nach vier Jahren Zwangspause durch den Klimaleugner und Ex-Präsidenten Donald Trump, sorgte der demokratische Biden nun gleich für einen Paukenschlag: Auf dem US-Klimagipfel, der am morgigen Freitag zu Ende geht, kündigten mehrere Länder an, ihre Klimaziele zu erhöhen. In einem Rede-Marathon von über fünf Stunden beteuerten die geladenen Staats- und Regierungschefs ihren Willen zum Kampf gegen die Klimakrise. Dabei gab es nicht nur Sonntagsreden, sondern echte Ankündigungen, auf die viele Uno-Diplomaten seit Monaten warten:

Die USA wollen den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 50 bis 52 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern

Kanada hebt seine 2030er-Ziele von 30 auf 40 bis 45 Prozent gegenüber 2005 an

China hat eine Verringerung seines Kohleverbrauchs ab 2025 in Aussicht gestellt

Japan kündigte an, seine Emissionen bis 2030/2031 um 46 Prozent im Vergleich zu 2013 zu verringern, bislang waren nur 26 Prozent vorgesehen

Brasilien hat sich bereit erklärt, die illegale Abholzung des Amazonas bis 2030 zu beenden und seine Emissionen in den nächsten zehn Jahren um 50 Prozent zu senken

Schon im Vorfeld des Gipfels war Großbritannien mit der sensationellen Ankündigung einer 78-Prozent-Einsparung bis 2035 vorgeprescht. Auch die Europäische Union hatte nach monatelangen Verhandlungen ihr Klimagesetz verabschiedet. Bidens Gipfel setzte eine regelrechte Turbo-Dynamik in Gang: Alle wollten plötzlich wieder dabei sein, nachdem die Klimadiplomatie seit der letzten »echten« Uno-Klimakonferenz im Dezember 2019 durch die Corona-Pandemie an Schwung verloren hatte.

Nun bewegen sich die großen Emittenten: Die USA, Kanada, China, Japan, Großbritannien und die EU machen zusammen über die Hälfte der weltweiten Emissionen aus.

»Das neue Klimaziel der USA…