Deutschland hat die vor einem Jahr begonnene Aufnahme besonders hilfsbedürftiger Geflüchteter aus Lagern in Griechenland abgeschlossen. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, landete das vorerst letzte Flugzeug mit 103 Menschen am Donnerstag in Hannover.

»Die Aufnahme von 2750 Frauen, Kindern und Männern von den griechischen Inseln ist abgeschlossen«, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Er hoffe, dass auch die anderen EU-Staaten ihre Zusagen zur Aufnahme der Schutzsuchenden zügig einlösten. Mit Stand 19. April seien 3658 Geflüchtete in EU-Staaten, Norwegen und der Schweiz aufgenommen worden, teilte das Innenministerium mit.

»Damit sind unsere humanitäre Pflicht und europäische Aufgabe aber längst nicht erfüllt«, sagte der stellvertretende SPD-Chef Kevin Kühnert dem SPIEGEL. Noch immer lebten Tausende Menschen unter unzumutbaren Bedingungen auf den griechischen Inseln. Kühnert forderte Innenminister Seehofer auf, »unverzüglich Gespräche über eine ambitionierte Fortführung des bisherigen Programms mit unseren europäischen Partnern aufzunehmen.« Die Katastrophe des letzten Winters dürfe sich nicht wiederholen.

Nach dem Großbrand im Lager Moria auf der Insel Lesbos im vergangenen Herbst waren Tausende Menschen über Nacht obdachlos geworden. In den provisorisch errichteten Ersatzcamps herrschen miserable Bedingungen. Inzwischen ist klar, dass ein neues Flüchtlingslager, das auf Lesbos errichtet werden soll, nicht wie geplant bis September fertig werden dürfte. Den Asylbewerbern droht ein weiterer Winter in windigen Zelten.

Die SPD stehe jederzeit für Gespräche bereit, um zusammen mit europäischen Partnern weitere Kontingente zu vereinbaren, sagte der migrationspolitische Sprecher der SPD, Lars Castellucci. Die Aufnahmebereitschaft in Deutschland sei hoch. »Allein im Bündnis ›Sichere Häfen‹ haben sich bis heute fast 250 deutsche Kommunen zur Aufnahme von Menschen bereit erklärt.«

Am Donnerstag landeten 21 Familien mit 48…