US-Präsident Joe Biden hat von der Weltgemeinschaft mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel verlangt. »Wir müssen handeln – wir alle«, sagte Biden zum Auftakt eines von den USA organisierten virtuellen Klimagipfels. Im Kampf gegen die Erderwärmung sei schnelles Handeln nötig: »Wir haben wirklich keine Wahl.«

»Die Zeichen sind unübersehbar. Die Wissenschaft ist nicht zu leugnen. Die Kosten des Nichtstuns werden immer höher«, sagte Biden. Er warb dafür, in Klimaschutzmaßnahmen auch die wirtschaftlichen Chancen zu sehen: Die Energiewende, der Ausbau der Elektromobilität und Infrastrukturmaßnahmen böten die Gelegenheit, Millionen gut bezahlte Jobs zu schaffen.

Der britische Premier Boris Johnson schloss sich Bidens Einschätzung zum Klimaschutz als Wirtschaftsmotor in seiner Rede an. Großbritannien habe gezeigt, dass es möglich sei, Emissionen zu verringern und trotzdem ein erhebliches Wirtschaftswachstum zu erreichen. Bereits am Dienstag hatte Johnson angekündigt, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase in Großbritannien bis 2035 um 78 Prozent im Vergleich zum Niveau der Neunzigerjahre reduzieren zu wollen.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau kündigte für sein Land ebenfalls ehrgeizigere Ziele an. Bis 2030 solle das Emissionslevel von 2005 um 40 bis 45 Prozent unterschritten werden, sagte Trudeau. Bis 2050 sollen Kanadas Treibhausgasemissionen auf netto null gedrückt werden. Das werde nicht einfach, sei aber unumgänglich, sagte Trudeau. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drängte auf einen international geregelten Handel mit Emissionszertifikaten.

Russlands Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Klimaschutz als verbindendes Element. Beim Kampf gegen die Erderwärmung müsse die gesamte Weltgemeinschaft ihre Anstrengungen vereinen, sagte Putin. Die Diskussion der 40 Staats- und Regierungschefs zeige, »wie tief wir alle die mit dem Klimawandel verbundene Besorgnis teilen«, so der Kremlchef.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping