Wenn die Anführer und Anführerinnen der großen Industrienationen üblicherweise zu Klimagipfeln zusammenkommen, beginnt alles meist damit, dass dafür Tonnen von CO2 in die Atmosphäre gepustet werden. Regierungsflugzeuge starten und landen, Limousinen fahren hin und her, Klimaanlagen in Konferenzzentren und Fünf-Sterne-Hotels laufen auf Hochtouren.

Diesmal ist alles anders: US-Präsident Joe Biden lädt heute und morgen 40 Staats- und Regierungschefs zu einem gigantischen Klimagipfel – und wegen der Coronakrise wird die gesamte Sache virtuell abgehalten. Das ist sicherlich ein guter Start.

Unter Biden melden sich die USA mit diesem Gipfel als Führungsmacht im Kampf gegen die Klimakrise zurück. Nach vier vergeudeten Jahren, in denen sein Vorgänger Donald Trump im Verbund mit anderen Klimaleugnern praktisch nichts gegen den Klimawandel unternahm, soll nun endlich alles besser werden. Amerika soll nach Bidens Willen im eigenen Land ehrgeizige Klimaziele umsetzen und zugleich andere Nationen anfeuern, das Gleiche zu tun.

Die Vereinigten Staaten wollten unter der neuen Regierung mehr gegen die Klimakrise tun als jede andere US-Regierung zuvor, verspricht Außenminister Anthony Blinken mit Blick auf den Gipfel. Denn: »Wenn Amerika dabei scheitert, die Welt im Kampf gegen den Klimawandel anzuführen, wird von unserer Welt bald nicht mehr viel übrig sein.«

Biden setzt neue CO2-Zielmarken

Noch ist nichts offiziell, aber Biden will wohl die Gelegenheit nutzen, um für sein Land neue Ziele im Klimaschutz zu definieren: Demnach ist geplant, dass die USA bis zum Jahr 2030 ihre klimaschädlichen Emissionen um 45 bis 50 Prozent reduzieren, gemessen an den Zahlen von 2005. Damit würde er die alten Ziele von gut 25 Prozent, zu denen sich die Regierung von Barack Obama im Zusammenhang mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet hatte, in etwa verdoppeln.

Biden plant eine Reihe ehrgeiziger Gesetzesvorhaben, um seine Vorgaben zu erreichen. Unter anderem soll die Öl- und Gasindustrie…