Im kommenden Jahr sollen 1,1 Gigawatt mehr Windräder an Land und 4,1 Gigawatt mehr Fotovoltaikanlagen errichtet werden als bislang geplant. Das geht aus einer schriftlichen Vereinbarung von SPD und Union hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.

Die Ausbaumengen von Ökostrom verdoppeln sich dadurch 2021 in etwa. Für die darauffolgenden Jahre konnte die Große Koalition, andere als geplant, noch keinen Kompromiss schließen. Der Anteil der erneuerbaren Energien müsste wegen höheren Klimazielen der Europäischen Kommission eigentlich deutlich steigen.

Das zusätzliche Ausschreibungsvolumen bei der Fotovoltaik verteilt sich nach SPIEGEL-Informationen wie folgt: Zwei Gigawatt sollen auf Freiflächenanlagen entfallen, weitere zwei Gigawatt auf Fotovoltaik-Anlagen auf oder an Gebäuden und 100 Megawatt für Innovationsausschreibungen wie Solaranlagen, die auf Äckern Pflanzen Schatten spenden.

Die schwarz-rote Koalition hat sich zudem auf milliardenschwere Entlastungen der Verbraucher bei den Strompreisen geeinigt. Dazu soll die EEG-Umlage auch 2023 und 2024 mit Mitteln aus dem Bundeshaushalt stabilisiert werden. Die EEG-Umlage ist ein wesentlicher Bestandteil der Stromrechnung. Damit sie nicht drastisch steigt, hat die Bundesregierung die Umlage für die Jahre 2021 und 2022 mit milliardenschweren Steuergeldern aus dem Haushalt stabilisiert. Die Umlage liegt dadurch 2021 bei 6,5 Cent pro Kilowattstunde und 2022 bei 6 Cent.

In den Jahren danach sei es möglich, die Umlage auf unter 5 Cent pro Kilowattstunde zu senken, hieß es nun. Dazu verwendet werden sollen Einnahmen aus dem CO2-Zertifikatehandel sowie Mittel aus dem Energie- und Klimafonds. Ziel ist es, Bürger und Unternehmen zu entlasten. Die Koalition hatte im Zuge der Ende 2020 beschlossenen EEG-Novelle vereinbart, im ersten Quartal 2021 einen weitergehenden Ausbaupfad für die erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 zu definieren. Hintergrund sind neue Klimaziele der EU. Vor allem die SPD hatte sich für deutlich höhere…