Das schwierige Verhältnis von Mensch und Wolf

Ein Wolf schaut hinter einem Baum in einem Wildpark in Bayern hervor. Foto: Lino Mirgeler/dpa

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Vor fünf Jahren wurde in Deutschland der erste sogenannte Problemwolf erschossen: Kurti kam in der Lüneburger Heide Menschen zu nah. Daten zeigen: Der Mensch ist für Wölfe eine weitaus größere Gefahr.

Kurti galt als Deutschlands erster «Problemwolf». Am 27. April 2016 wurde er im staatlichen Auftrag in Niedersachsen geschossen.

Zehn Jahre früher hatte «Problembär» Bruno den Freistaat Bayern aufgemischt. Beide Tiere kamen Menschen regelmäßig zu nah. Dabei sind Wölfe für Menschen in der Regel ungefährlich. Ein gesundes Tier greife sehr selten an, schreibt das Bundesumweltministerium. Angriffe ließen sich auf drei Ursachen zurückführen: Tollwut, Provokation oder Futterkonditionierung. Weil Deutschland eine Kulturlandschaft und Tollwut-frei ist, sei die wahrscheinlichste Ursache die Gewöhnung an den Menschen verbunden mit positiven Reizen wie Füttern.

Auch im Fall von Kurti wurde das vermutet: Womöglich sei er als Jungtier angefüttert worden und habe die Scheu vor Menschen verloren, sagte Niedersachsens Umweltminister damals. Kurti musste ferngehalten werden von Dörfern und aufhören, Leute zu verfolgen. Doch selbst ein eigens engagierter Wolfsexperte aus Schweden konnte «MT6», so Kurtis offizielle Kennung, nicht dauerhaft vertreiben. Der Abschuss wurde beschlossen. Die Diskussion über Wölfe dauert an.

WO LEBEN WÖLFE IN DEUTSCHLAND?

Wölfe sind streng geschützt und kommen in Deutschland vor allem in Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen vor. 128 Rudel zählt der Naturschutzbund (Nabu) bis vorigen Oktober bundesweit. Als Rudel gelten zwei ausgewachsene Tiere mit Nachwuchs. In Deutschland leben außerdem 35…