Die CSU buhlt nach dem verlorenen Machtkampf von Parteichef Markus Söder um Mitglieder aus dem Stammgebiet ihrer großen Schwesterpartei CDU. »Markus Söder unterstützen? Bei uns möglich!«, schrieben die Christsozialen auf ihrem offiziellen Twitter-Konto. Damit macht die CSU Werbung für ihre Onlinemitgliedschaft.

Auf Twitter teilte die Partei zudem mehrere Tweets von Personen, die angaben, bereits in die Partei eingetreten zu sein. CSU-Generalsekretär Markus Blume hieß zudem einen Mann aus Schleswig-Holstein willkommen, der nach eigenen Angaben als »deutliches Zeichen« Onlinemitglied wurde.

Angesichts der Ankündigung Söders nach seiner Niederlage, es gehe nun darum zusammenzustehen, verwundert das offensive Vorgehen der CSU. Offenbar wollen die Christsozialen ein Ventil für alle bieten, die von der Entscheidung für CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidat enttäuscht sind. Eine bundesweite Ausdehnung der CSU ist mit der digitalen Mitgliedschaft allerdings nicht verbunden.

Mehrere hundert Anträge in wenigen Tagen

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa teilte die CSU mit, die Nachfrage nach Onlinemitgliedschaften sei zuletzt sprunghaft angestiegen. Man komme bei der Bearbeitung derzeit kaum hinterher. In den vergangenen Tagen seien mehrere hundert Anträge eingegangen – aus ganz Deutschland. Konkrete Zahlen könne man wegen der zeitversetzten Erfassung und Bearbeitung der Anträge allerdings noch nicht nennen.

Die Onlinemitgliedschaft hatten die Christsozialen im vergangenen Jahr gestartet. Sie ist mit einem Jahresbeitrag von 60 Euro um 20 Euro günstiger als die Vollmitgliedschaft. Onlinemitglieder haben aber weder ein Wahl- und Stimmrecht bei Versammlungen, noch können sie für CSU-Gremien kandidieren oder an örtlichen Veranstaltungen teilnehmen.

Möglich ist ein Zugang zum internen Mitgliederbereich, die Teilnahme an digitalen Events und digitale Parteiarbeit. Erstes Onlinemitglied der CSU wurde im vergangenen September CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak –…