Armin Laschet: „Ab jetzt zählt, welche Partei hat die besten Konzepte für die Zukunft unseres Landes? Und deshalb ist es jetzt wichtig, dass die Union, CDU und CSU, jetzt als Team in den Wahlkampf gehen. Die CDU gewinnt diese Wahl nicht ohne die CSU und umgekehrt.“

Er hat sich durchgesetzt: Armin Laschet ist Kanzlerkandidat der Union und könnte im Herbst der nächste Bundeskanzler werden. Zunächst muss er dafür allerdings auch die zahlreichen Kritiker innerhalb der eigenen Partei überzeugen. Wie soll das gehen?

Florian Gathmann: Er wird jetzt ganz viel mit der Basis sprechen, das ist schon angekündigt. Es wird alle möglichen Veranstaltungen geben. Er wird mit Kreisvorsitzenden sprechen. Also er wird zeigen: Ich will wissen, was ihr denkt. Ich will Nähe zu euch zeigen, ich will eure Ideen hören. Aber er muss auch mit klaren Botschaften kommunizieren. Er muss denen sagen: Was will ich eigentlich. Wo will ich hin. Das ist eher etwas gewesen, was die Leute in Markus Söder sahen. Und da muss er jetzt natürlich liefern.

Eindeutige große Statements vermisst man bei Laschet bislang. Dabei engagiert er sich durchaus für bestimmte Themen. So zeigte er sich im vergangenen Sommer etwa im Flüchtlingscamp Moria.

Florian Gathmann: In NRW war ja der erste deutsche Minister für Integration. Und da hat er damals einen sehr progressiven, liberalen Integrationskurs vertreten. Auch familienpolitisch war er sehr liberal. Das muss er jetzt als Kanzlerkandidat vertreten. Aber er darf es nicht zu sehr übertreiben, weil sonst auf der rechten Seite zu viele Stimmen an die AfD verloren gehen. Armin Laschet war einer der ersten aus der sogenannten Pizza-Connection, der sich mit den Grünen getroffen hat. Der bereit war, progressiv zu sein, der kein Problem hatte, über Schwarz-Grün nachzudenken. Er muss also die ökologischen Themen aufnehmen. Er darf aber wieder nicht zu grün werden.

Als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens suchte Laschet einen Kompromiss im Streit um den Hambacher Forst…