Mit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan sollen auch die verbleibenden deutschen Polizisten, die afghanische Polizeikräfte trainiert haben, abgezogen werden. Die aktuell 20 deutschen Polizistinnen und Polizisten in Kabul sollen das Land schon zum 30. April verlassen, wie das Bundesinnenministerium den Zeitungen der Funke Mediengruppe bestätigte. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zieht damit die Konsequenz aus dem Abzug der internationalen Truppen.

Die Bundespolizei hat seit 2002 den Aufbau einer afghanischen Polizei mit bis zu 200 Kräften unterstützt. Über 80 000 afghanische Polizistinnen und Polizisten wurden demnach aus- und fortgebildet.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Bundeswehr auf Drängen der US-Regierung einen deutlich schnelleren Abzug ihrer Soldaten aus Afghanistan vorbereitet. Das Verteidigungsministerium informierte am Mittwoch die Fachpolitiker im Bundestag, dass die Kräfte der Nato-Mission „Resolute Support“ das Land nun bereits zum 4. Juli verlassen könnten.

Die Bundeswehr hatte bisher geplant, ihr letztes Feldlager in Masar-e-Scharif bis Mitte August zu schließen. Die Truppe, derzeit mit rund tausend Personen dort stationiert, arbeitet aktuell unter Hochdruck an den Planungen und bringt fast täglich Material aus Afghanistan zurück nach Deutschland. Das neue Datum, hieß es aus Bundeswehrkreisen, sei machbar.