Meinung

Pläne der Topklubs
Warum sich die Super League als Rohrkrepierer erwies – und es verlogene Gewinner gibt

Am Stadion an der Anfield Road in Liverpool hängen Protest-Plakate von Fans

© Paul Ellis / AFP

von Tim Schulze

21.04.2021, 18:36 Uhr

Die Idee der Super League wurde so schnell beerdigt, weil Fans, Verbände und andere Klubs geschlossen Widerstand leisteten – doch der Erfolg darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Fußball ein grundlegendes Problem hat.

Wer verstehen will, wie groß die Wucht des Widerstands gegen die Pläne der Super League war, muss sich nur einmal das Sky-Interview mit dem früheren englischen Nationalspieler Gary Neville anschauen. Der wütete mit einer Schimpftirade gegen die englischen Klubs, die sich an der geschlossenen Elite-Liga beteiligen wollten: „Ich bin angewidert, absolut angewidert“, es seien „Blender“, die in eine Liga „ohne Wettbewerb“ wechseln wollen, es sei „eine Schande“, nur „blanke Gier“ treibe sie an und „sie haben nichts zu tun mit Fußball in diesem Land“.

Speziell einen früheren Verein Manchester United sprach der ehemalige Profi an. Nevilles Wut ist in jedem Wort, in jedem Satz spürbar. Sie richtete sich aber auch gegen die anderen englischen und europäischen Vereine, die an dem unausgegorenen Projekt Super League beteiligt waren, darunter Schwergewichte wie Real Madrid und Juventus Turin. Nevilles Entsetzen über das Vorhaben steht stellvertretend für den Sturm der Entrüstung, der in Großbritannien und in ganz Europa losbrach. Beim FC Chelsea und beim FC Liverpool gingen die Fans auf die Straße. Er war so heftig, dass die sechs englischen Klubs das Projekt schleunigst wieder aufgaben, bevor der Imageschaden noch größer wurde.

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