Verteidigung
USA drängen Deutschland zu Eilabzug aus Afghanistan

Die Bundeswehr stellt sich in Absprache mit den Nato-Verbündeten auf einen deutlich schnelleren Abzug aus Afghanistan ein. Foto: Michael Kappeler/dpa

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Ist ein Abzug aus Afghanistan am 20. Jahrestag der 9/11-Terroranschläge das falsche Symbol? Die US-Regierung plant jedenfalls um und macht Druck auf Verbündete. Die Folgen können erheblich sein.

Die Bundeswehr bereitet auf Drängen der US-Regierung einen deutlich schnelleren Abzug ihrer Soldaten aus Afghanistan vor.

Das Verteidigungsministerium informierte am Mittwoch die Fachpolitiker im Bundestag, dass die Kräfte der Nato-Mission «Resolute Support» das Land nun bereits zum 4. Juli verlassen könnten. Wegen des praktisch um zwei Monate vorgezogenen Termins könne es Engpässe im Rücktransport von Material geben, das notfalls zurückgelassen werden müsse, hieß es.

Die USA als größter Truppensteller hatten sich bisher auf einen Abzug bis zum 11. September festgelegt, dem 20. Jahrestag der Terroranschläge des islamistischen Netzwerks Al-Kaida in den USA. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte Mitte August als Termin für den Abzug der Bundeswehr genannt, der von den zuletzt abrückenden US-Kräften geschützt werde. Aus den USA wurde signalisiert, dass der 11. September die falsche Symbolik beinhalte.

«Zurzeit gehen die Überlegungen im Hauptquartier Resolute Support in Kabul in die Richtung, den Abzugszeitraum zu verkürzen. Es wird der 4. Juli als Abzugsdatum erwogen», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. «Die beteiligten Nationen prüfen zurzeit die daraus resultierenden Herausforderungen und Folgen.» Es gebe noch keine endgültige Entscheidung.

«Vor uns steht nun eine fordernde logistische Aufgabe»,…