Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg, das Bundesarchiv in Koblenz oder das Umweltbundesamt in Dessau: Es gibt bereits zahlreiche Bundesbehörden, die fernab von Berlin ihren Sitz haben. Solch eine Ansiedlung bedeutet vor Ort neue Arbeitsplätze und wachsende Wirtschaftskraft. Diesen Effekt will die Bundesregierung nun in abgehängten und vom Strukturwandel betroffenen Regionen gezielt einsetzen.

Knapp 15.500 neue Vollzeit-Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst sollen in den strukturschwachen Gebieten entstehen. In einer Zwischenbilanz zur Umsetzung der Maßnahmen der Politik für gleichwertige Lebensverhältnisse, die im Kabinett verabschiedet wurde, heißt es, rund 4300 dieser Arbeitsplätze seien in den kommenden zehn Jahren in den Braunkohlerevieren geplant.

Hinzu kommen den Angaben zufolge 450 Stellen in Gebieten, die im Strukturstärkungsgesetz von 2020 aufgeführt sind. Darüber hinaus sollen den Angaben zufolge rund 6100 Jobs in den neuen Ländern und weitere 4600 Arbeitsplätze in den strukturschwachen Regionen der alten Länder entstehen.

Zwölf neue Standorte seit 2019 aufgebaut

»Seit 2019 hat die Bundesverwaltung zwölf neue Standorte aufgebaut, davon neun in strukturschwachen Regionen«, heißt es in dem Zwischenbericht weiter. Die Planungen für weitere Ansiedlungen würden konsequent fortgesetzt.

Zu den bereits eröffneten neuen Standorten zählen der Hauptsitz der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt in Neustrelitz und das neue Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten in Brandenburg an der Havel. Im nordrhein-westfälischen Brühl – bereits Sitz einer Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung – sollen zusätzliche Beamte ausgebildet werden. In Cottbus soll 2022 eine Außenstelle des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung angesiedelt werden.

Die Bundesregierung hatte im Juli 2018 die Kommission »Gleichwertige Lebensverhältnisse« gegründet. Sie sollte Maßnahmen für eine gerechte Verteilung von Ressourcen und…