Baerbock gegen Laschet gegen Scholz

Was für ein Drama, was für ein Finale. Was für ein Sieger: Angegriffen, angezählt, angeschlagen – aber Armin Laschet steht. Er ist, zumindest formal, der gemeinsame Kanzlerkandidat von CDU und CSU.

Damit steht fest, wer sich nach 16 Jahren um das Erbe Angela Merkels bewirbt: Laschet ringt mit Annalena Baerbock und Olaf Scholz um die Macht in Deutschland. Unions-Duell war gestern, jetzt beginnt der Dreikampf ums Kanzleramt, ein Dreikampf mit vielen offenen Fragen.

Das ist die Ausgangslage, 159 Tage vor der Wahl:

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Armin Laschet

Foto: Michael Kappeler / dpa

Armin Laschet startet in ein ungewisses Rennen um Platz eins. Die offene Feldschlacht mit Markus Söder hat die Schwesterparteien entzweit, ein tiefer Riss geht auch durch die CDU, in der etliche dem eigenen Vorsitzenden in den vergangenen Tagen offen das Misstrauen ausgesprochen haben. Nun ist viel von Versöhnung und Geschlossenheit die Rede, doch das sind erst einmal nur Lippenbekenntnisse. Der Wahlkampf wird zeigen, wie viel sie wert sind.

Laschet muss seine Partei, die Unionsanhänger, die Menschen im Land nun erst noch davon überzeugen, dass er kanzlertauglich ist. Die Schlacht mit Söder mag in fünf Monaten vergessen sein. Doch ein Problem bleibt: Die Union ist nach den Merkel-Jahren auch inhaltlich ausgehöhlt. Anders als SPD und Grüne haben die C-Parteien mit der Arbeit am Wahlprogramm gerade erst begonnen, niemand weiß, wofür die Union steht, wenn nicht mehr für eine Kanzlerin Angela Merkel. Selbst die schwarze Null, der letzte verbliebene Markenkern, ist mit der Pandemie passé.

Was kommt mit ihm nach Merkel? Diese Frage muss Laschet bald beantworten. »Die Union muss sexy und solide zugleich sein«, hat sein Kandidatenrivale Söder jüngst im SPIEGEL gefordert. Beides ist nach den zurückliegenden Tagen schwer vorstellbar.

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Annalena Baerbock

Foto: ANNEGRET HILSE / REUTERS

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