Nach der Insolvenz der Bremer Greensill Bank stellt sich die Frage nach der Verantwortung für die Pleite. Um das aufzuarbeiten, hat die Bremer Staatsanwaltschaft mehrere Wohnungen durchsuchen lassen. Betroffen seien die Wohnungen von fünf Beschuldigten im niedersächsischen Umland und auch in München, sagte der Sprecher der Anklagebehörde. Die Durchsuchungsaktionen seien bereits am Dienstag erfolgt.

Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung. Die Finanzaufsicht Bafin hatte die Bremer Greensill Bank Anfang März für den Kundenverkehr geschlossen. Am 16. März eröffnete das Amtsgericht Bremen auf Antrag der Bafin ein Insolvenzverfahren.

Im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Bank bangen viele deutsche Kommunen weiter um Millionenbeträge. Anders als bei Privatanlegern sind ihre Anlagen nicht durch den Einlagensicherungsfonds geschützt. Sie hatten fast 500 Millionen Euro bei der Bank angelegt.

»Wir zahlen nicht drei Milliarden Euro aus und gehen zur Tagesordnung über«

Privatanleger wurden dagegen bereits im großen Stil aus dem Topf entschädigt. Knapp vier Wochen nach dem Zusammenbruch des Instituts hatten fast alle Kunden des Instituts ihr Geld zurückbekommen. Mehr als 21.000 der etwa 22.000 Berechtigten wurden laut Bundesverband deutscher Banken (BdB) entschädigt. Bis Mitte April wurden bislang 2,73 Milliarden Euro ausgezahlt oder sind auf dem Weg, bei rund tausend fehlten noch Rückmeldungen oder Angaben.

Über die gesetzliche Einlagensicherung sind bis zu 100.000 Euro pro Einleger abgesichert, der Einlagensicherungsfonds, in den die privaten Banken freiwillig einzahlen, sichert weitere Gelder ab, vor allem von Privatkunden.

Die Privatbanken wollen nach dem Zusammenbruch der Bremer Greensill Bank die Einlagensicherung reformieren. »Wir zahlen nicht drei Milliarden Euro aus und gehen zur Tagesordnung über«, sagte der Präsident des Privatbankenverbands BdB, Hans-Walter Peters. Der Einlagensicherungsfonds sei primär für den normalen Sparer…