In der Coronakrise hat jeder dritte Haushalt in Großbritannien seine Ausgaben gekürzt – mehr als in den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone: In Frankreich mussten sich 23 Prozent der Haushalte einschränken, in Deutschland waren es 21 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie der britischen Resolution Foundation.

Deutlich sind auch die Unterschiede zwischen den Ländern, was die Auswirkungen eines coronabedingten Arbeitsplatzverlusts betrifft. In diesem Fall waren die Einkommensverluste für britische Familien höher. 41 Prozent der Haushalte, in denen mindestens eine Person arbeitslos wurde, mussten laut Studie ein Minus von mindestens einem Viertel hinnehmen. In Deutschland erlitten 28 Prozent der neu arbeitslos gemeldeten Haushalte einen so großen Einkommensrückgang, in Frankreich waren es nur 20 Prozent. Britischen Haushalte mit starken Einkommensverlusten hatten zudem während der Pandemie eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, mehr Schulden zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten aufzunehmen wie deutsche und französische.

Die Arbeitslosigkeit ist in allen drei Ländern im vergangenen Pandemiejahr in relativ geringem Umfang gestiegen, vor allem im Vergleich zur Zeit der globalen Finanzkrise 2009. Der Grund dafür liegt in staatlichen Hilfsprogrammen, die Unternehmen ermutigen, ihre Mitarbeiter zu halten. Verbunden ist mit diesen – wie etwa der Kurzarbeit in Deutschland – jedoch meist dennoch ein Einkommensverlust für die betroffenen Beschäftigten.

»Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die finanzielle Position der Haushalte gestärkt wird, wenn wir endlich aus der Covid-19-Krise herauskommen«, sagte Ökonomin Maja Gustafsson von der Resolution Foundation. Damit wären sie weniger gefährdet, wenn die nächste Wirtschaftskrise komme. Der britische Finanzminister Rishi Sunak hatte Anfang März eine Verlängerung der Notfallaufstockung von 20 Pfund pro Woche auf staatliche Leistungen für Haushalte mit geringem Einkommen angekündigt,…