Globale Gesellschaft

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Am 3. März kam die Hoffnung in Kinshasa an. Verpackt in verschnürte Kisten, gerollt aus dem Bauch eines Frachtflugzeugs. Es war eine der ersten Lieferungen von Corona-Impfdosen nach Afrika, begleitet von Fotografen und Pressemitteilungen. »Diese Impfungen werden es uns ermöglichen, Leben zu retten«, wurde der Gesundheitsminister des Kongo zitiert.

Ähnliche Szenen wiederholten sich kurz darauf in zahlreichen weiteren afrikanischen Ländern, die Initiative Covax schien endlich anzulaufen. Sie soll ärmeren Staaten Zugang zu den lang ersehnten Impfstoffen ermöglichen.

Seither sind sieben Wochen vergangen. Erst am Montag hat die Regierung der Demokratischen Republik Kongo die Impfkampagne feierlich eröffnet. Keine einzige Spritze war zuvor verabreicht worden. Schuld daran ist vor allem das wochenlange Hin und Her um den AstraZeneca-Impfstoff in Europa. Denn wie in den meisten afrikanischen Ländern kamen in der Hauptstadt Kinshasa Dosen dieses Herstellers an.

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Mit großem Medienrummel wurde die Ankunft der ersten Impfdosen in der Demokratischen Republik Kongo gefeiert

Foto: UNICEF/UN0424984/Desjardins

Die Berichterstattung über seltene Fälle von Blutgerinnseln hat auch in Afrika das Vertrauen in den Impfstoff erschüttert. Der Kongo hat daraufhin die Impfkampagne auf Eis gelegt, aus den hoffnungsfrohen Botschaften Anfang März wurden Wochen des Wartens. Nun soll es endlich losgehen, eine nationale Taskforce hat dem AstraZeneca-Impfstoff inzwischen Unbedenklichkeit bescheinigt. Doch schon droht ein weiteres Problem: Ende Juni laufen die ersten Impfdosen bereits ab.

»Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit«, sagt Freddy Nkosi, der für die Organisation VillageReach die…