Analyse

Laschet setzt sich durch
Die K-Frage der Union ist geklärt – aber zu welchem Preis? Die Bilanz nach einem bitteren Machtkampf

Sehen Sie im Video: „Die Würfel sind gefallen“ – so erklärt Markus Söder seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur.

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von Florian Schillat

21.04.2021, 06:12 Uhr

Söder lenkt ein, Laschet hinkt ins Ziel: Die K-Frage von CDU/CSU ist zwar geklärt, wirft aber neue Fragen auf. Was folgt aus dem glanzlosen Gezerre?

Von dem Produktversprechen scheint nach diesen Chaostagen nicht mehr viel übrig: Die selbsternannte „Union“, das Bündnis aus CDU und CSU, hat sich einen erbitterten und selbstzerstörerischen Machtkampf geliefert. Nun, nach einem neuen, quälend langen Akt im streitlustigen Verhältnis der Schwesterparteien, ist der Kanzlerkandidat gefunden – doch zu welchem Preis?

Wenn zwei sich streiten, freuen sich die Dritten

Die einen sagen so, die anderen so. „Ich sag‘ mal: Lieber zwei herausragende Optionen als einen Olaf“, kommentierte Alexander Dobrindt zunächst die Gemengelage der Union, die für den CSU-Landesgruppenchef lediglich ein Luxusproblem zu sein schien. Das sollte eine Kampfansage sein, wurde aber zum Euphemismus eines Dilemmas – über das Olaf Scholz, der schon Anfang August zum SPD-Kanzlerkandidaten gekürt wurde, nun schlumpfig grinsen dürfte.

Denn nach Wochen eines Machtkampfes, der keiner sein sollte, hat die Union vor allem zwei Vorsitzende mit angekratztem Image, die durch ihr schonungsloses Ausboxen der Kanzlerkandidatur viel Hohn und Spott auf sich und ihre Parteien gezogen haben. Bei den Grünen und (sogar) bei der SPD ging der Prozess wesentlich geräuschloser zu – worauf die Mitbewerber im Zuge der Chaostage in der Union nicht einmal hinweisen mussten.

Da ist Armin Laschet, der als glanzloser Sieger aus dem Gezerre hervorgeht. Er mag zwar seine Feuertaufe…