Der Machtkampf um die Kanzlerkandidatur bei der Union ist beendet, doch für Armin Laschet dürfte es künftig kaum entspannter werden. Bis zur Bundestagswahl am 26. September sind es nur noch etwa fünf Monate – und die Umfragewerte des CDU-Vorsitzenden sind weiterhin trüb.

Ausgerechnet unter Unionsanhängern hat Laschet laut einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstitutes Civey für den SPIEGEL einen schweren Stand. Nur jeder Vierte oder jede Vierte hält die Entscheidung gegen Söder als Kanzlerkandidat für richtig.

(Lesen Sie hier die Hintergründe zur Civey-Methodik.)

Unter den Wählerinnen und Wählern von CDU und CSU ist der Frust über den Kanzlerkandidaten Laschet damit sogar größer als unter allen Befragten. Hier halten nur etwa 66 Prozent Laschet für den falschen Mann im Rennen um das Kanzleramt.

Besorgniserregend für die Union sind Laschets Umfragewerte auch im Direktvergleich mit den Kanzlerkandidaten von Grünen und SPD. Gäbe es eine Direktwahl zur Kanzlerin oder zum Kanzler, würden nur etwa 11 Prozent Laschet wählen.

Der CDU-Chef liegt damit hinter der jüngst nominierten Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, die etwa 30 Prozent der Befragten direkt wählen würden. Auch der amtierende Vizekanzler Olaf Scholz von der SPD schneidet mit 17 Prozent besser ab als Laschet.

Bezeichnend für den schwachen Rückhalt Laschets ist, dass selbst unter Unionsanhängern nur 25 Prozent Laschet direkt ins Kanzleramt wählen würden, für Baerbock würden sich immerhin 13 und für Scholz noch 11 Prozent entscheiden.

Bei Wählern von Grünen und SPD ist der Rückhalt für ihre jeweiligen Kanzlerkandidaten mit 86 für Baerbock und 68 Prozent für Scholz dagegen deutlich ausgeprägter.

Allerdings wird die Kanzlerin oder der Kanzler natürlich nicht per Direktwahl gewählt. Entscheidend ist der Stimmenanteil für die Parteien. Hier liegen die Unionsparteien weiterhin an der 30-Prozent-Marke, während die Grünen aufholen und 25 Prozent…