Es gibt in diesen Tagen wahrlich Dinge, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mehr beschäftigen als der Zusammenbruch eines Finanzdienstleistungskonzerns. Das ließ sich schon bei der Ankunft des schwergewichtigen Unionsmanns zu seiner Aussage im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Wirecard-Affäre beobachten.

Die anwesenden Journalisten wollten von ihm wissen, was er zur Aufstellung von Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten der Union zu sagen hat. Altmaier lobt zunächst Laschet. Seinen zweiten Satz verwendet er für den unterlegenen Herausforderer: »Markus Söder hat eine sehr konstruktive Rolle gespielt«, sagt er den Journalisten: »Jetzt aber erst mal was zu essen.« Altmaier stapft zum Buffet, das vor dem Europasaal im Paul-Löbe-Haus aufgebaut ist, und bestellt zwei Würstchen.

Der Wirtschaftsminister hatte eine lange Nacht im CDU-Präsidium, dann eine lange Fraktionssitzung, ehe er zu seiner Vernehmung kommt. Da war nicht viel Zeit, den Hunger zu stillen. Die anschließende Befragung zu Wirecard ist ihm sichtlich lästig. »Ach ja!«, stöhnt er, als die Fotografen ihn ablichten wollen.

Altmaiers Auftritt, ein Misserfolg

Das verwundert nicht. Denn mit der Abschlussprüferaufsicht Apas führt er die Rechtsaufsicht über eine zentrale Behörde, die in dem größten Finanzskandal der Nachkriegsgeschichte eine unrühmliche Rolle gespielt hat. Er hatte also vieles geradezurücken, vieles, wofür er sich rechtfertigen musste. Im Idealfall hätte es also die ganze Aufmerksamkeit des Ministers erfordert, den schlechten Eindruck zu widerlegen.

Vielleicht also war es die ziemlich stressige Gesamtsituation im politischen Berlin, die den Auftritt des Regierungsmitglieds zu einem Misserfolg werden ließ. Altmaier musste eingestehen, dass weder er noch seine Beamtinnen und Beamte über relevante Vorgänge im Bild waren. Die Apas hatte ein Compliance-Problem, um das sich das Ministerium nicht gekümmert hat und einen Chef, Ralf Bose, dessen Einstellung zu den deutschen…