Russland reagiert auf die Ausweisung zweier russischer Diplomaten durch Bulgarien. Die russische Regierung hat nun ihrerseits zwei Botschaftsmitarbeiter Bulgariens des Landes verwiesen. Der Konsulatssekretär und der Sekretär für Handels- und Wirtschaftsfragen müssten Russland binnen 72 Stunden verlassen, teilte das Außenministerium in Moskau mit.

Nachdem die beiden russischen Diplomaten im März ausgewiesen worden waren, sprach das russische Außenministerium von einer »unbegründeten Entscheidung«. Das Nato- und EU-Land Bulgarien hatte damals auf neue Spionagevorwürfe reagiert.

Die bulgarische Staatsanwaltschaft hatte nach eigenen Angaben Mitte März ein Agentennetz aufgedeckt. Es soll sich um Bulgaren handeln, die für Russland spioniert haben sollen. Darin soll auch die russische Botschaft in Sofia verwickelt gewesen sein. Bei den beiden ausgewiesenen russischen Diplomaten soll es sich Medienberichten zufolge um Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU handeln.

38 Diplomaten aus mehreren Ländern ausgewiesen

Die diplomatischen Spannungen zwischen Russland und Bulgarien sind kein Einzelfall – Moskau liegt derzeit mit mehreren Ländern im Streit. Allein seit vergangenem Freitag hat Russland 38 Diplomaten verschiedener Länder seines Staatsgebietes verwiesen: zehn Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft, fünf der polnischen, 20 der tschechischen, den ukrainischen Konsul in St. Petersburg und nun zwei Bulgaren.

Vor allem zwischen Prag und Moskau kriselt es gewaltig. 2014 war es in einem tschechischen Munitionslager zu Explosionen gekommen, die tschechische Regierung macht nun nach Ermittlungen den russischen Geheimdienst dafür verantwortlich. Zwei Menschen waren damals ums Leben gekommen, tschechische Soldaten waren zwei Jahre lang damit beschäftigt gewesen, Blindgänger zu entschärfen und das Areal wieder zu sichern.

Die tschechische Regierung kündigte am Wochenende an, 18 russische Diplomaten wegen Spionageverdachts auszuweisen. Moskau kündigte im…