Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet soll nach dem Willen des Bundesvorstandes seiner Partei Kanzlerkandidat der Union werden. Das hat das Führungsgremium in der Nacht zum Dienstag in einer Sondersitzung entschieden. Nach mehr als sechsstündigen Beratungen stimmten 31 Vorstandsmitglieder für Laschet und neun für seinen Kontrahenten, CSU-Chef Markus Söder. Es gab sechs Enthaltungen, wie ein Parteisprecher in Berlin mitteilte.

Gleich zu Beginn der Sitzung hatte Laschet seinen Anspruch auf die Kanzlerkandidatur bekräftigt. Es gab dutzende Wortmeldungen. Viele Redner hoben laut Teilnehmern hervor, dass sie selbst von ihrem Parteivorsitzenden überzeugt seien – dass an der CDU-Basis aber Söder in der Präferenz vorne liege. 

Möchte Nachfolger von Kanzlerin Angela Merkel werden: Armin Laschet vor der CDU-Zentrale

Und nun?

Söder hatte nach einer Sitzung des CSU-Präsidiums am Montag versichert: „Wenn die CDU souverän zu einer klaren Entscheidung kommt, werden wir das respektieren.“

In der CDU blieben jedoch Zweifel, ob Söder nun tatsächlich seinen Rückzug erklären wird. Schon vor einer Woche hatten sich CDU-Präsidium und -Bundesvorstand klar hinter Laschet gestellt. Anschließend bestand Söder aber darauf, tiefer in die CDU „hineinzuhorchen“ – die Gremien reichten nicht für ein Meinungsbild. 

wa/AL (rtr, dpa, afp)