Der CDU-Bundesvorstand hat den Parteichef Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten der Union gewählt. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Die Entscheidung fiel nach sechseinhalbstündigen Beratungen im Bundesvorstand. Demnach bekam Laschet 31 Stimmen, Söder neun, sechs enthielten sich.

CSU-Chef Markus Söder hatte zuvor betont, als Kanzlerkandidat der Union antreten zu wollen, bei einem Beschluss des CDU-Bundesvorstandes zugunsten Laschets aber zu verzichten. Der Entscheidung waren zähe Verhandlungen im Bundesvorstand vorausgegangen, bei denen es zahlreiche Wortbeiträge gegeben hatte.

Einige Teilnehmer warben dafür, die Kanzlerkandidatur in der »Basis«, der Kreisvorsitzendenkonferenz der Union entscheiden zu lassen. Auch Laschet zeigte sich zwischenzeitlich offen dafür. Am Ende drängte Laschet jedoch auf eine Entscheidung am Montagabend, am Dienstag wäre wohl erneut die Bundestagsfraktion der Union ins Spiel gekommen, wo CSU-Chef Markus Söder wohl eine Mehrheit gehabt hätte.

Bouffier warnte vor Akzeptanzproblem

Der CDU-Vize und hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hatte vor der Abstimmung in der Montagnacht noch davor gewarnt, die Entscheidung lediglich im Bundesvorstand zu treffen. Nach SPIEGEL-Informationen sprach Bouffier ein mögliches Akzeptanzproblem an der Basis an, Peter Altmaier hatte gar gesagt, dass er noch aus keinem anderen Landesverband als Nordrhein-Westfalen gehört hätte, dass Laschet Kanzlerkandidat werden solle.

Auch technische Probleme begleiteten die Verhandlungen, weil offenbar kurzfristig eine Abstimmung innerhalb des Bundesvorstandes organisiert werden musste. Nach SPIEGEL-Informationen hatte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble unter anderem geklagt: »Es geht alles schief«. Der thüringische CDU-Landesvorsitzende Mike Mohring twitterte: »Man kann es sich auch wirklich selbst schwer machen.«

Damit ist der tagelange nervenaufreibende Machtkampf um den Spitzenposten für die Bundestagswahl im September wohl entschieden. Die…