CDU-Chef Armin Laschet hat sich gegen Kritik gewehrt, er sei als Kanzlerkandidat der Union nur die Wahl des »Parteiestablishments«. Der Prozess der Kandidatenkür sei eine »wohl abgewogene Entscheidung« gewesen, sagte Laschet im ARD-Format »Farbe bekennen«. Auch wenn es an der CDU-Basis viele gebe, die lieber seinen Rivalen Markus Söder als Kanzlerkandidaten gesehen hätten, habe am Ende der CDU-Vorstand entschieden. »Die Partei hat gesagt: Ja, wir trauen dir das zu.«

Laschet sagte, er glaube nicht, dass die Union nun gespalten sei. Wie schon nach der Wahl zum CDU-Vorsitzenden wolle er sich auch jetzt bemühen, die Lager zu vereinen. Er wolle »viele Gespräche führen, versöhnen, zusammenführen, auch Gegensätze wieder zusammenbringen«, sagte Laschet. Schon in den nächsten Tagen wolle er in die Kreisverbände gehen und das Gespräch suchen. »Das braucht jetzt die CDU.«

Laschet und CSU-Chef Söder hatten wochenlang darum gerungen, wer die Union als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf führen soll. Söder steht in vielen Umfragen besser da, auch in der CDU hatte er viele Fürsprecher. In einer digitalen Sondersitzung des CDU-Vorstands hatten in der Nacht zum Dienstag dann 31 von 46 stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern in geheimer Wahl für den eigenen Parteivorsitzenden Laschet als Kanzlerkandidaten plädiert. Neun stimmten für Söder, sechs enthielten sich (lesen Sie hier mehr).

Aufstand blieb aus

Söder hatte angekündigt, die Entscheidung des Bundesvorstands zu akzeptieren – und zog am Mittag schließlich im Machtkampf mit Laschet zurück. »Die Würfel sind gefallen«, sagte der bayerische Ministerpräsident in München. Laschet dankte ihm und der CSU »für den guten, fairen Umgang in einer sehr weitreichenden Entscheidung, auch in einer sehr persönlichen Entscheidung«.

Vor der Sitzung der Unions-Bundestagsfraktion am Nachmittag war gemutmaßt worden, dort könnte Unmut über die Entscheidung zutage treten. Bei vielen Abgeordneten hatte Söder Rückhalt….