Insgesamt 45 Vulkane sind weltweit aktiv und könnten jederzeit ausbrechen. La Soufrière auf der Karibikinsel St. Vincent beunruhigt die Vulkanologen aber derzeit am meisten. Über dem Berg im Norden der Insel stieg am Morgen des 9. April eine Rauchsäule auf, die Messgeräte registrierten eine explosive Eruption. Eine acht Kilometer hohe Rauchsäule baute sich über dem Vulkan auf. Mittlerweile hat sich durch einige Regenschauer die Asche als gräulicher Schlamm auf die gesamte Insel verteilt.

Ein normaler Vulkanausbruch, könnte man meinen. Aber im Gegensatz zu der sich langsam bewegenden Lava, die viele Zuschauer wenige Wochen zuvor am Fagradalsfjall in Island bewundert haben, sind die Menschen beim karibischen Vulkan alles andere als erfreut über seine Aktivitäten: Experten attestieren ihm unberechenbare Eruptionen. Das macht ihn gefährlicher, weil nur schwer vorauszusagen ist, wann und wie heftig der Berg Asche speit.

Die Explosionen von La Soufrière erzeugten riesige Vulkangas- und Aschewolken, die bis hoch in die Atmosphäre reichen. Die Explosionen am 10. April waren so massiv, dass Nasa-Satelliten einen Teil der Eruptionswolke in 20 Kilometer Höhe maßen.

So konnte der Calipso-Satellit der Nasa messen, dass der Ausbruch zu einer starken Injektion von Sulfat-Aerosolpartikeln und Asche in die Stratosphäre führte. Dort können Partikel sich länger halten und auch weitere Strecken zurücklegen als in unteren Luftschichten.

Die Winde trugen einen Großteil der Asche und des Gases von St. Vincent schließlich nach Osten. Die Aufnahme des Aqua-Satelliten (Nasa) vom 10. April (siehe oben) zeigt, wie die Aschewolke das 190 Kilometer entfernte Barbados erreicht.

Auch die Europäische Weltraumorganisation ESA nahm mit ihren Satelliten das Naturspektakel auf (siehe oben). Das linke Bild wurde am 8. April – einen Tag vor dem ersten Ausbruch – aufgenommen. Das rechte Bild zeigt die Insel nach der Eruption am 13. April – der nördliche Teil der Insel ist von der…