Es geht heute einmal mehr um den Machtkampf zwischen Markus Söder und Armin Laschet. Zudem befassen wir uns mit der grünen K-Frage und der Debatte über die geplante Corona-Bundesnotbremse.

Union im Finale

Das vermeintliche Finale dieses Machtkampfes wurde noch einmal grotesk zelebriert: Markus Söder fliegt am Sonntagabend im Learjet von Nürnberg nach Berlin, Ankunft 19.27 Uhr, die Online-Ausgabe der »Bild«-Zeitung verbreitet dazu Bilder des Flugzeugtyps und seiner luxuriösen Kabine, auch das Flugradar wird gezeigt – vielleicht gibt ja schon die Route Aufschluss darüber, ob der CSU-Chef das Rennen macht: aber nichts, direkter Weg, kein eingeflogenes K. Schließlich Bilder einer Kolonne dunkler Limousinen mit Münchner Kennzeichen, auf dem Weg vom Flughafen ins Berliner Regierungsviertel.

Dann: Auch Armin Laschet ist in Berlin! TV-Reporter erwischen ihn an der nordrhein-westfälischen Landesvertretung, der Ministerpräsident lässt sie wortlos stehen. Später brausen auch hier schwere Wagen davon, das Ziel ein Bundestagsgebäude, wo schon die Generalsekretäre von CDU und CSU, Paul Ziemiak und Markus Blume, sowie Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warten.

Mit einem Nachtgipfel, so schien es, sollte es also zu Ende gehen, das Gerangel um die Kanzlerkandidatur der Union, in dem seit Tagen keiner weichen wollte: Laschet nicht, der die Führungszirkel der CDU hinter sich wähnt, und Söder nicht, der nicht nur den Rückhalt der CSU hat, sondern dem auch bei der großen Schwester viele die besseren Chancen bei der Wahl im Herbst einräumen.

Um etwa halb zwei in der Früh aber hieß es: Treffen beendet, nach dreieinhalb Stunden – angeblich einmal mehr ohne Ergebnis. Zumindest ohne eines, das unmittelbar nach außen drang.

Wozu dann das ganze Spektakel? Das ganze Wochenende über hatten die jeweiligen Lager gedrängelt, dass endlich eine Entscheidung her müsse, Abgeordnete drohten, die Fraktion könne diese sonst an sich ziehen und…