Der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und rund 1,8 Kilogramm schwere Helikopter „Ingenuity“ (übersetzt etwa: Einfallsreichtum) stieg bei seinem ersten Testflug auf, schwebte dann auf der Stelle und landete schließlich wieder auf der Oberfläche des Planeten Mars, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte.

Der Mini-Hubschrauber war an Bord des Mars-Rovers „Perseverance“ zum Roten Planeten transportiert und dort abgesetzt worden. Eigentlich sollte sein erster Flug bereits vor einer Woche stattfinden, er wurde aber wegen Hinweisen auf mögliche technische Probleme verschoben.

„Ingenuity“ auf dem Boden des Mars, aufgenommen vom Mars-Rover „Perseverance“ (Archivbild)

Das Flug-Experiment galt wegen der extremen Bedingungen auf dem Mars als äußerst schwierig, weil die Mars-Atmosphäre nur ein Prozent der Dichte der Erdatmosphäre hat. Wegen der dünnen Atmosphäre müssen die Rotoren von „Ingenuity“ auf 2537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen – ein Vielfaches von Hubschraubern auf der Erde. Die Energie für diese Kraftanstrengung zieht „Ingenuity“ aus seiner durch Sonnenenergie gefütterten Batterie. Temperaturen von bis zu minus 90 Grad Celsius können für Batterien und andere Elektronik leicht das Todesurteil bedeuten. Als hilfreich dagegen wurde die deutlich geringere Anziehungskraft auf dem Mars bewertet.

Weitere Flugtests sollen folgen

„Es ist wahr, es ist wirklich wahr“, jubelte „Ingenuity“-Projektmanagerin MiMi Aung im NASA-Kontrollzentrum im kalifornischen Pasadena, nachdem die Daten des Hubschraubers auf der Erde angekommen und ausgewertet worden waren – rund drei Stunden nachdem der Flug auf dem Mars stattgefunden hatte. „Wir können jetzt sagen, dass Menschen einen Drehflügler auf einem anderen Planeten geflogen haben.“ „Ingenuity“ soll nun in den kommenden Wochen weiter getestet werden.

Von der NASA zur Verfügung gestellte Illustration des Mars-Rovers „Perseverance“

Der Mini-Helikopter war an Bord des NASA-Rovers „Perseverance“ Ende Februar – nach 203…