Markus Söder und Armin Laschet haben sich am Sonntagabend in Berlin getroffen. Der Termin ging offenbar rund dreieinhalb Stunden. Doch vorangekommen sind die beiden Kontrahenten um die Kanzlerkandidatur der Union zumindest offiziell nicht. Nach dem Ende der Beratung gegen 1.30 Uhr hieß es, kein Ergebnis sei erreicht worden.

CSU-Chef Söder war zunächst mit einem Privatjet aus Nürnberg gekommen, berichten der Sender RTL, die »Bild«-Zeitung und die Nachrichtenagentur dpa. Der CDU-Vorsitzende Laschet folgte am späten Sonntagabend. Er wurde beim Betreten der nordrhein-westfälischen Landesvertretung von einem Kamerateam des Senders RTL/n-tv gefilmt. Auf Fragen antwortete er nicht.

Von CSU und CDU waren bislang keine Stellungnahmen zu erhalten. Im Streit um die Kanzlerkandidatur für die Union haben Söder und Laschet kurz vor Ablauf der selbst gesetzten Frist keine Bereitschaft zum Einlenken erkennen lassen.

Entscheidet die Bundestagsfraktion?

Sollte keiner der beiden zum Verzicht bereit sein, könnte die Bundestagsfraktion die Entscheidung am Dienstag an sich ziehen.

CDU-Chef Laschet verlor zuletzt an Rückhalt auch in der eigenen Partei. Nach den Länderchefs von Sachsen-Anhalt und dem Saarland war Michael Kretschmer aus Sachsen am Wochenende der dritte CDU-Ministerpräsident, der eine Präferenz für Söder durchblicken ließ. Er sprach sich in der ARD zwar nicht eindeutig für den CSU-Chef aus, wies aber darauf hin, dass Söder in der sächsischen CDU sehr viele Fürsprecher habe, was er »nicht unterschlagen« könne.

Wegner: »Als Kanzlerkandidat von CDU und CSU wünscht sich die Mehrheit Markus Söder«

Söders Unterstützer machten am Wochenende mehrere Vorschläge zu Verfahren, die dem CSU-Chef – trotz der eindeutigen Rückendeckung der CDU-Spitzengremien für Laschet – den Weg zur Kanzlerkandidatur ebnen könnten: etwa eine Abstimmung in der Fraktion oder eine Einbeziehung der Kreisvorsitzenden beider Unionsparteien.

Der Berliner CDU-Vorsitzende Kai Wegner sagte am…