Im Machtkampf in der Union über die Kanzlerkandidatur hat die CSU-Spitze kurzfristig über den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen beraten. Danach sagte CSU-Chef Markus Söder auf einer Pressekonferenz, bis zu einer Entscheidung werde es „nicht mehr lange dauern“. Die Klärung über die Kanzlerkandidatur der Union obliege jetzt alleine der CDU. „Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung“, sagte Söder. CDU-Chef Armin Laschet berief seinerseits für 18 Uhr eine Sitzung des CDU-Bundesvorstands ein. 

Seit mehr als einer Woche streiten sich Laschet und Söder über die Frage, wer von ihnen als Kanzlerkandidat für die Union zur Bundestagswahl am 26. September antritt. Eigentlich hatten sie bis Sonntag eine Lösung präsentieren wollen. In der Nacht zum Montag berieten beide rund dreieinhalb Stunden in einem Gebäude des Bundestags in Berlin. Es gab aber am Ende keine Einigung.

Junge Union hinter Söder 

In den Machtkampf war am Sonntag deutliche Bewegung gekommen. Mit großer Mehrheit stellte sich die Junge Union hinter Söder – und erhöhte damit den Druck auf Laschet. „Die beiden Kandidaten hatten genug Zeit, zu einer Entscheidung zu kommen. Dies ist nicht geschehen und jetzt sehen wir uns gezwungen, uns zu positionieren. Dies ist mit deutlicher Mehrheit für Markus Söder erfolgt“, sagte JU-Chef Tilman Kuban. Laschet wird das ungern gehört haben – konnte er Kuban doch bislang auf seiner Seite wähnen. Aber wähnen, das reicht nicht. Und auch die Tatsache, dass der JU-Chef „zwei herausragende Kandidaten“ sieht, die beide ihren Platz „im Team“ finden sollten, dürfte kein wirklicher Trost für den CDU-Chef sein. 

In einer Videokonferenz der JU-Landeschefs hatten sich nach Angaben der Jugendorganisation 14 Landesvorsitzende für Söder ausgesprochen. Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein als mittelgroße Verbände sowie Brandenburg hätten von einem „gemischten Stimmungsbild“ berichtet. Die Junge Union Nordrhein-Westfalen, die mehr als ein Viertel…