Zündet die Impfkampagne in Deutschland bald die nächste Stufe? Die Einbindung der Hausärzte hat das Impftempo deutlich erhöht. Bald schon sollen daneben auch die Betriebsärzte größerer Firmen eingebunden werden. Nach Plänen von Bundesgesundheitsminister sollen sie ab Juni einsteigen.

»Wie angekündigt, gewinnt die Impfkampagne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit«, sagte der CDU-Politiker am Montag mit Blick auf aktuellen Lieferzusagen der Hersteller Biontech und Moderna. Dazu würden noch Dosen von AstraZeneca und Johnson & Johnson kommen. »Damit erhalten Arztpraxen und Länder mehr Planungssicherheit für Mai und Juni. Und das ermöglicht uns, bereits im Juni auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne zu integrieren.«

BASF und Volkswagen impfen schon

Biontech will laut Ministerium im zweiten Quartal 50,3 Millionen Dosen liefern und damit zehn Millionen mehr als zunächst angekündigt. Von Moderna werden demnach 6,4 Millionen Dosen erwartet. Von Biontech sollen Arztpraxen im Mai wöchentlich jeweils 1,58 Millionen Dosen bekommen, im Juni jeweils mehr als 3,3 Millionen Dosen pro Woche.

In der letzten April-Woche sollen die Praxen den Planungen zufolge von Biontech knapp 2,1 Millionen Dosen bekommen. Daneben sind für die regionalen Impfzentren der Länder 1,9 Millionen Dosen von Biontech, AstraZeneca und Moderna vorgesehen.

Viele Firmen bereiten sich bereits darauf vor. Beim Autozulieferer Continental etwa könnten in Deutschland in den werksärztlichen Diensten täglich mehr als 1000 Mitarbeiter geimpft werden. »Unsere Betriebsärzte stehen bereit«, sagte Personalsprecherin Nicole Göttlicher.

Bislang sind die Impfungen in Unternehmen noch auf Pilotvorhaben wie bei BASF oder Volkswagen beschränkt. Als Teil eines Modellprojektes in Rheinland-Pfalz startete der Chemiekonzern in Ludwigshafen vor wenigen Tagen mit rund 400 Impfungen, bei einer derzeitigen maximalen Tageskapazität von 600. Volkswagen hatte bereits am 30. März ein Modellprojekt in Sachsen…