Die Zahlen aus den USA sind drastisch. 45 Prozent der Anhänger der Republikaner verweigern eine Impfung gegen das Coronavirus. Zu diesem Ergebnis kam zuletzt eine landesweite Umfrage der renommierten Quinnipiac University. Gleichzeitig sieht aber auch ein großer Teil der konservativen Wähler die Maßnahmen gegen das Virus als erhebliche Einschränkungen der Grundrechte. Diesen Widerspruch hat der US-Virologe Anthony Fauci nun noch einmal hervorgehoben.

»Sie wollen sagen können, dass die Virus-Regeln ihnen Sorgen machen. Aber diese Regeln wird man nur los, wenn so viele Menschen wie möglich schnell und effizient geimpft werden«, sagte Fauci dem Sender CNN.

Die Einstellung der republikanischen Impf-Verweigerer sei »paradox«, so der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, der auch das Weiße Haus in Corona-Angelegenheiten berät. Es handele sich nicht um eine Frage der bürgerlichen Freiheiten – sondern um eine Frage der öffentlichen Gesundheit. »Das ergibt einfach keinen Sinn«, sagte Fauci.

Zahlreiche republikanische Politiker haben zuletzt versucht, die Corona-Vorgaben mit Beschränkungen der Grundrechte in Verbindung zu bringen. In der vergangenen Woche war Fauci deswegen im US-Kongress mit dem Abgeordneten Jim Jordan aneinandergeraten. Auf dessen Provokationen hatte Fauci erwidert: »Wir reden hier nicht von Freiheiten, sondern von einer Pandemie, die 560.000 Amerikaner das Leben gekostet hat.«

130 Millionen Menschen haben Dosis erhalten

Trotz der Skepsis in bestimmten Teilen der Bevölkerung schreitet die Impf-Kampagne in den USA voran. Vier Monate nach der ersten Coronavirus-Impfung haben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC mehr als die Hälfte aller Erwachsenen mindestens eine Impfdosis erhalten. 50,4 Prozent der Volljährigen – rund 130 Millionen Menschen – wurde demnach mindestens eine Dosis verabreicht. Vollständig geimpft ist bereits fast jeder dritte Erwachsene. In der besonders gefährdeten Altersgruppe ab 65…