In der chinesischen Region Xinjiang befinden Hunderttausende Uiguren in Straf- und Umerziehungslagern, wie Menschenrechtsgruppen vermuten. China wird vorgeworfen, Uiguren zu Zwangsarbeit zu verpflichten. Volkswagen lässt davon unbeirrt weiterhin in Xingjang Autos produzieren. Trotz Berichten über Menschenrechtsverstöße setzt der Wolfsburger Konzern auf sein Werk in Urumtschi, der Hauptstadt der Region.

Der China-Chef des Unternehmens, Stephan Wöllenstein, sagte am Sonntag vor Journalisten in Shanghai, für das Volkswagenwerk in Urumtschi gelte wie für alle anderen Standorte ein Verhaltenskodex des Konzerns. Das gelte auch für alle Lieferanten. »Ein Thema wie Zwangsarbeit, kann es bei uns nicht geben, weil wir Mitarbeiter direkt beschäftigen«, sagte Wöllenstein.

Ferner werde »Diversität« umgesetzt. Wöllenstein versicherte, es würden auch ethnische Minderheiten »ohne jede Form von Diskriminierung« beschäftigt. Er stellte eine »deutliche Verschärfung des politischen Klimas« in der Welt fest. Auch dass das Ansehen Chinas leide, sei ein Fakt. »Dass es uns irgendwann auch kritisch begegnen wird, ist sicher etwas, was wir nicht von der Hand weisen können«, sagte Wöllenstein.

»Wir haben klargemacht, dass wir zu unserem Engagement in China insgesamt stehen müssen, und wir werden auch zu unserem Engagement in Xinjiang stehen, solange wir glauben, dass es aus wirtschaftlicher Sicht machbar ist.«

Die Vorwürfe reichen weit zurück: Nachdem die Enthüllungen der sogenannten China Cables Ende November 2019 erschreckende Details über dieses Gulag-System ans Licht gebracht hatten, hatte VW sogar mitgeteilt, sein Engagement in der Region auszubauen. Das Werk in Urumtschi hat laut VW eine Kapazität von 50.000 Fahrzeugen – und sei gut ausgelastet. Kritiker halten es dagegen für ökonomisch sinnlos und werfen dem Konzern vor, sich so die Erweiterung anderer Standorte in China zu erkaufen.

Neben VW haben auch andere deutsche Konzerne wie BASF in der Gegend…