Das kurze Schreiben lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. »Wichtig! Einladung Kreisvorsitzendenkonferenz heute!«, lautet die Information, die an die Mitglieder des niedersächsischen CDU-Landesvorstands, der Landes-, Bezirks- und Kreisvorsitzenden ging. Aufgrund der »aktuellen Lage zur K-Frage« werde zu einem »Zoom-Meeting« am Sonntag um 20 Uhr gebeten.

Die kurzfristige Aufforderung des niedersächsischen CDU-Vorsitzenden Bernd Althusmann zeigt, wie heftig im Hintergrund um eine Entscheidung zwischen den Anhängern von Armin Laschet und Markus Söder gerungen wird. Offenbar wollen die Niedersachsen in der CDU auf ihrer Videoschalte ein Meinungsbild erheben.

Denn noch haben sich CDU-Bundesvorsitzender Laschet und CSU-Chef Söder nicht einigen können, wer von beiden die Union als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf führt.

Anzeichen dafür, dass der Prozess entgleitet

In der CDU herrscht deswegen massive Unruhe über die offenbar stockende Gespräche zwischen den beiden Parteivorsitzenden der Union. Ähnliche Initiativen wie in Niedersachsen werden auch in anderen Landesverbänden diskutiert. Am Abend wollen zudem die Landesverbände der Jungen Union (JU) über eine Positionierung in der K-Frage beraten.

Der überraschende Vorstoß Niedersachsens ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der Prozess zur Klärung der Kanzlerkandidatur der Parteispitze offenbar entglitten ist. Erst am Samstag hatte CDU-Vorstandsmitglied Christian Baldauf aus Rheinland-Pfalz eine bundesweite Kreisvorsitzendenkonferenz zur Klärung gefordert.

Niedersachsen dürfte insofern wichtig für den weiteren Verlauf der Diskussion werden, da es innerhalb der CDU zu den Schwergewichten zählt. Für Parteichef Laschet könnte es daher ein ambivalentes Bild werden. Manche Kreisverbände aus dem Norden neigen dem Vernehmen nach mittlerweile einer Kanzlerkandidatur Söders zu.

Die Entscheidung ist auch deshalb für die gesamte CDU interessant, weil Landeschef Bernd Althusmann intern in den…