Bei einer Razzia auf den Philippinen sind als bedroht geltende Riesenmuscheln im Wert von umgerechnet mehr als 20 Millionen Euro sichergestellt worden. Wie die Küstenwache am Samstag mitteilte, sind auf einer abgelegenen Insel in der Sulusee vier Verdächtige festgenommen worden. Es seien rund 200 Tonnen Riesenmuscheln beschlagnahmt worden, heißt es – so viele wie bei keinem Einsatz zuvor.

Riesenmuscheln werden zunehmend als Ersatz für Elfenbein genutzt, nachdem der Handel mit Elefantenstoßzähnen weltweit strenger kontrolliert wird. Die größten Exemplare, Große Riesenmuscheln (Tridacna gigas) genannt, werden bis zu 1,30 Meter groß und wiegen dabei 250 Kilogramm. Sie bieten Lebensraum für Algen, die wiederum zahlreiche Fische ernähren.

»Riesenmuscheln aus ihrem natürlichen Lebensraum zu entfernen, ist ein generationsübergreifendes Verbrechen«, sagte ein Sprecher des Rates für Nachhaltige Entwicklung in der Region Palawan. Das Ökosystem des Meeres werde beschädigt, was künftige Generationen um dessen Nutzen bringe. »Diese Leute graben Riesenmuscheln aus und töten sie«, so der Sprecher.

Verkauft werden Riesenmuscheln auf dem Schwarzmarkt, Schmuggler sammeln immer mal wieder größere Bestände. Aus den Schalen der Muscheln werden zum Beispiel Ohrringe und Kerzenständer hergestellt. Gefährdete Arten zu töten kann in den Philippinen mit bis zu zwölf Jahren Gefängnis und Geldstrafen von mehr als 17.000 Euro geahndet werden.