Debatte um Cytotec
Erschwerter Zugang zu wichtigem Medikament für Frauenärzte

Ein Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe untersucht in seiner Praxis für pränatale Diagnostik und Ultraschall eine schwangere Frau. (Archivbild) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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Frauenärzte schlagen Alarm: Ein Wirkstoff, der mitunter für medikamentösen Schwangerschaftsabbruch eingesetzt wird, sei in Deutschland nur noch erschwert zugänglich. Die Hintergründe sind komplex.

Frauenärzte beklagen den erschwerten Zugang in Deutschland zu einem Magenmittel, dessen Anwendung bei der Einleitung von Geburten zuletzt für Aufsehen gesorgt hatte.

In einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vom Freitag führen über ein Dutzend Organisationen aus dem Bereich der Frauengesundheit an, dass es für mehrere Einsatzbereiche zu dem Präparat Cytotec (Wirkstoff Misoprostol) keine ausreichende Alternative gebe. Das Mittel werde unter anderem für medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche gebraucht.

«Die Betreuung von Frauen in Notsituationen (insbesondere solchen, die tabuisiert sind) ist gefährdet!», heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es sei für Deutschland nicht tragbar, den Zugang zu dem «essentiellen Medikament» deutlich zu erschweren. Die Verbände fordern, die Versorgung der Frauen hierzulande mit dem Wirkstoff in den jeweils benötigten Dosierungen zu sichern und den Zugang wieder zu erleichtern. Unterzeichnet ist das Schreiben unter anderem vom Berufsverband der Frauenärzte, dem Deutschen Hebammenverband, dem Pro Familia Bundesverband und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Cytotec wird in dem Brief an Spahn als etabliertes Standardmedikament in der Gynäkologie und Geburtshilfe beschrieben. Angewendet wird es dabei allerdings im sogenannten Off-Label-Use. Das…