»Das kenne ich so von keiner anderen Krankheit«, erzählte der Lungenfacharzt Cihan Celik aus Darmstadt dem SPIEGEL, nachdem er seine ersten Covid-19-Patienten behandelt hatte. Mehr als ein Jahr ist das nun her. Inzwischen haben sich die ersten Eindrücke bei Hunderten Medizinerinnen bestätigt: Die Krankheit, die den gesamten Globus in eine nie da gewesene Pandemie gestürzt hat, ist tückisch.

Wer schwer an Covid-19 erkrankt, wirkt häufig zunächst fit – selbst wenn der Körper längst nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und dringend zusätzlich beatmet werden müsste. Experten nennen das Phänomen »happy hypoxia«, auf Deutsch etwa: fröhlich trotz Sauerstoffmangel.

Und selbst, wen die Krankheit zunächst zu verschonen scheint, weil nur milde Symptome auftreten, ist nicht vor Langzeitfolgen gefeit. Einige fühlen sich teils noch Monate nach der Infektion schlapp – selbst junge Erwachsene leiden unter dem langen Covid.

Warum sich Viren so schwer bekämpfen lassen

Während die Impfungen gegen das Coronavirus im Rekordtempo entwickelt wurden, lässt der große Durchbruch in der Medikamentenforschung auf sich warten. Ein zuverlässiges Heilmittel gegen Covid-19 gibt es bisher nicht, dabei könnte es den Verlauf der Pandemie entscheidend verändern. Vor allem jetzt, da die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen einen neuen Rekord zu erreichen droht.

Denn dass das Virus – eine winzige organische Struktur ohne eigenen Stoffwechsel – die Welt in die Knie zwingt, liegt an der Schwere der Krankheit, die es verursacht. Wenn ein Medikament schwere Covid-19-Verläufe verhindern könnte, blieben Krankenhausbetten leer, Todesfälle würden verhindert, das öffentliche Leben könnte wieder Fahrt aufnehmen. Kurz: Das Virus würde seinen Schrecken verlieren. Wann also kommt endlich das Medikament gegen Covid-19?

Immerhin stehen Ärzte dem Virus inzwischen nicht mehr völlig unvorbereitet gegenüber. Wie bei anderen Krankheiten können sie heute…