Knapp drei Jahre später ist das Thema plötzlich zurück im politischen Tagesgeschehen – mit dem Unterschied, dass diesmal über Armin Laschet selbst gestritten wird. Es geht um die Frage, wer Kanzlerkandidat der Union wird: der CDU-Chef Laschet – oder doch Markus Söder, sein Rivale aus Bayern mit den derzeit besseren Umfragewerten?

Wie das ZDF berichtet, sagt nun ein CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen als Erster, eine Gründung der CDU in Bayern dürfe »kein Tabu mehr sein« – jedenfalls dann nicht, »wenn Söder die Kanzlerkandidatur erzwingen will, wenn er die CDU zerstören will«.

Ein Unterstützter von Armin Laschet

Dennis Radtke, von dem das Zitat stammt, zählt zum Laschet-Lager. Er ist stellvertretender Bundesvorsitzender der Arbeitnehmervereinigung CDA und Mitglied im Landesvorstand der NRW-CDU, außerdem sitzt er im Europaparlament.

Radtke sehe im Vorgehen von CSU-Chef Söder Parallelen zur Vorgehensweise von Sebastian Kurz in Österreich, berichtet das ZDF. Kurz hatte die ÖVP zur Liste Kurz umfunktioniert. »Wer mit dem Modell Türkis von Sebastian Kurz liebäugelt, der gefährdet das, was uns über 70 Jahre stark und erfolgreich gemacht hatte«, so Radtke.

Mit Armin Laschet abgesprochen habe er seinen Vorstoß nicht, sagte der CDU-Politiker auch noch.

Der Druck auf die Kandidaten wächst

Innerhalb der Union wächst momentan der Druck auf Armin Laschet und Markus Söder, die Kanzlerkandidatur nicht nur unter vier Augen zu klären. Vorstandsmitglied Christian Baldauf, unterlegener CDU-Spitzenkandidat bei der jüngsten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, fordert eine Einbeziehung der Kreisvorsitzenden in die K-Frage. Baldauf berichtete dem SPIEGEL von einem »klaren Meinungsbild« für den CSU-Vorsitzenden Markus Söder vonseiten seines Bezirksverbands Rheinhessen-Pfalz.

Baldaufs Forderung konterkariert den Kurs der CDU-Spitze. Dort setzen noch immer viele darauf, dass die Rückendeckung von Präsidium und Bundesvorstand für Armin Laschet ausreicht, um ihm die…