Atompolitik
Iran: Einigung bei Atomverhandlungen in Wien möglich

«Es scheint, dass eine neue Einigung erzielt werden könnte»: Abbas Araghchi. Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa

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Warum reichert der Iran sein Uran auf 60 Prozent an? Kritiker meinen, dass es dafür keine nichtmilitärische Rechtfertigung gibt. Die Strategie scheint die Atomverhandlungen jedoch nicht zu belasen.

Bei den neuen Verhandlungen in Wien über das iranische Atomprogramm hält der Iran eine Einigung für möglich.

«Wir haben heute die Ergebnisse der Expertenrunden überprüft. Und es scheint, dass eine neue Einigung erzielt werden könnte», sagte Vizeminister Abbas Araghchi den iranischen Medien in Wien. Der Iran hat laut Araghchi einen Fahrplan entworfen, auf dessen Basis eine Rückkehr des Iran zu technischen Verpflichtungen im Atomabkommen sowie zur Aufhebung der US-Sanktionen ermöglicht werden könnte. Bis dahin sei es zwar noch ein langer Weg, da es weiter Differenzen mit den USA gebe, aber die Verhandlungspartner seien auf dem richtigen Weg.

Das 2015 geschlossene Wiener Abkommen sollte den Iran an einer Atomrüstung hindern, ohne ihm die zivile Nutzung der Kernkraft zu verwehren. Im Gegenzug sollten Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. 

Der russische Diplomat Michail Uljanow schrieb am Nachmittag bei Facebook, das Treffen sei beendet. «Die Teilnehmer zeigten sich entschlossen, die Verhandlungen fortzusetzen, um den Prozess so schnell wie möglich erfolgreich abzuschließen.» Die bisher erzielten Fortschritte seien «zur Kenntnis» genommen worden. Einzelheiten nannte er nicht. Russland ist einer der Befürworter der Gespräche.

Seit letzter Woche wird in Wien über die Rettung des Atomabkommens von 2015 verhandelt. Diplomaten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China versuchen, sowohl die USA…