Innerhalb der CDU wächst der Druck auf Armin Laschet und Markus Söder, die Kanzlerkandidatur nicht nur unter vier Augen zu klären. Vorstandsmitglied Christian Baldauf, unterlegener CDU-Spitzenkandidat bei der jüngsten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, fordert eine Einbeziehung der Kreisvorsitzenden in die K-Frage. Zudem berichtete er von einem »klaren Meinungsbild« für den CSU-Vorsitzenden Markus Söder vonseiten seines Bezirksverbands Rheinhessen-Pfalz.

Jede weitere Stunde im Wartesaal schade der Union, heißt es in einer Mitteilung Baldaufs, die dem SPIEGEL vorliegt. Sofern die K-Frage nicht umgehend gelöst werde, brauche es »kurzfristig eine digitale deutschlandweite Kreisvorsitzendenkonferenz«. Es sei wichtig, in der Fläche ein breites Meinungsbild zu erheben »und die Botschaft der Basis zu hören«. Letztlich seien es die Parteimitglieder, die den Wahlkampf zu führen hätten.

Die Forderung konterkariert den Kurs der CDU-Spitze. Dort setzen noch immer viele darauf, dass die Rückendeckung von Präsidium und Bundesvorstand für Armin Laschet ausreicht, um ihm die Kanzlerkandidatur zu übertragen. In den vergangenen Tagen war aber die Unterstützung für Laschet geschwunden. Zwei Ministerpräsidenten rückten von ihm ab, in der Bundestagsfraktion sprachen sich mehrere Dutzend Abgeordnete für eine Kandidatur Söders aus.

Die offene K-Frage belastet die Partei zunehmend. Dem Vernehmen nach schafften Laschet und Söder es bei direkten Gesprächen am Freitag nicht, eine Einigung zu erzielen. Auch in der Bundestagsfraktion gibt es daher Forderungen, die Frage notfalls in der Fraktionssitzung am kommenden Dienstag zu entscheiden. Im Hintergrund kursiert dazu eine Unterschriftenliste.

Besonders in der Landesgruppe Baden-Württemberg gibt es Rufe nach einem Votum in der Bundestagsfraktion. Der Chef der Landesgruppe, Andreas Jung, ermahnte am Samstag seine Abgeordneten. »Wir erwarten selbstverständlich die Beteiligung der Fraktion in dieser auch für uns so bedeutenden…