Ein wirksamer Impfstoff für die ganze Welt, leicht zu lagern und erhältlich zum Selbstkostenpreis. Mit diesem Versprechen trat AstraZeneca den internationalen Kampf gegen Covid-19 an.

Inzwischen ist der Konzern vom Retter zum Problem geworden: Millionen zugesagter Impfdosen werden nicht geliefert und bringen die Impfstrategien vieler Länder ins Wanken. Vereinzelt schwere Nebenwirkungen verunsichern Patientinnen und Patienten. Doch AstraZeneca schweigt.

Gemeinsam mit SPIEGEL-Redakteurin Julia Merlot aus dem Wissenschaftsressort und Maximilian Popp, dem stellvertretenden Leiter des SPIEGEL-Auslandsressorts, rekonstruiert Host Olaf Heuser, wie es zu der Pannenserie kommen konnte.

»Anders als Biontech/Pfizer oder Moderna hat AstraZeneca nie ein vollständiges Papier zu ihren Versuchsreihen veröffentlicht, sondern immer nur Teile der Studien«, berichtet Julia Merlot, »das führte zu einem Vertrauensverlust und dazu, dass der Impfstoff in Deutschland erst für jüngere und später nur für ältere Menschen empfohlen wurde«.

Maximilian Popp führt die Lieferengpässe auf die fehlende Kompetenz des Unternehmens bei der Produktion von Impfstoffen zurück und attestiert auch der EU und ihrer Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fehlende Verhandlungskompetenz. »Und diese Fehler – man muss es so klar und so hart sagen – kosten Menschenleben«, sagt er.