Nun hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan das Verhalten Çavuşoğlus gelobt. »Natürlich« habe dieser den griechischen Außenminister Dendias »angesichts seines Verhaltens und Benehmens in die Schranken gewiesen«, sagte Erdoğan. »Milder hätte er auch nicht sein können, denn das hätte ohnehin nicht zu uns als Volk und Land gepasst«. Çavuşoğlu habe Dendias »an seinen Platz erinnert«, sagte Erdoğan weiter.

Die beiden Außenminister waren nach einem gemeinsamen Treffen am Donnerstagabend vor die Presse getreten und hatten sich gegenseitig schwere Vorwürfe gemacht. Während Dendias und Çavuşoğlu zu Beginn der Konferenz noch eine positive und konstruktive Atmosphäre lobten, eskalierte das Gespräch schnell, nachdem Dendias die Türkei etwa ermahnt hatte, keine »Fake News« zu verbreiten.

Çavuşoğlu, der Dendias zu Beginn noch seinen langjährigen Freund genannt hatte, reagierte und sagte, er habe das Gespräch in einer freundlichen Atmosphäre führen wollen. »Aber in seiner Rede hat Niko Dendias leider äußerst inakzeptable Anschuldigungen gegenüber meinem Land geäußert.« Er warf Griechenland etwa vor, gegen internationales Recht zur verstoßen und Menschen »ins Meer geworfen« zu haben.

In türkischen und griechischen Medien wurde der diplomatische Eklat kontrovers diskutiert. »Skandal von Dendias«, schrieb etwa die regierungsnahe türkische Zeitung »Milliyet« kurz nach dem Treffen. Die konservative Athener Zeitung »Political« sah gar »Krieg zwischen Dendias und Çavuşoğlu in der Luft«.

Griechenland bemüht sich um Schadensbegrenzung

Von griechischer Seite hieß es nach dem Eklat, man wolle eine »positive Agenda« mit der Türkei, auch wenn es Differenzen gebe. Die Regierung des griechischen Premierministers Kyriakos Mitsotakis sei klar gewillt, »zu kooperieren, etwa im wirtschaftlichen Bereich«, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters aus einer Stellungnahme des griechischen Außenministeriums.

Die Beziehungen zwischen…