Noch immer gibt es in der Union keine Entscheidung darüber, wen CDU und CSU ins Rennen um die Kanzlerkandidatur schicken. Nachdem sich das CDU-Parteipräsidium hinter den Parteivorsitzenden Armin Laschet gestellt hatte, will nun ein weiterer CDU-Ministerpräsident diese Positionierung nicht als definitiv verstanden wissen.

Hans gilt eigentlich als Fürsprecher Laschets. Nach SPIEGEL-Informationen hatte er aber bereits bei der Tagung des CDU-Präsidiums am Montag betont, dass die Parteibasis in seinem Bundesland eher Söder zuneige.

An der Basis gehe es nicht um die Frage »CDU oder CSU«, so Hans laut »Welt«. Vielmehr gehe es darum, mit wem die Union am Wahlabend vorne stehe. »Die Union kann nur gewinnen, wenn sie geschlossen steht. Und wir brauchen eine motivierte Basis, um einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen.« Die Basis sei »da vielleicht etwas weiter, als wir es in den Gremien sind«, sagte Hans weiter.

Umfrageergebnisse allein sollten nicht im Vordergrund stehen, sagte Hans nun der »Welt«, »aber sie geben schon einen wichtigen Hinweis darauf, wie man sich im Wahlkampf aufzustellen hat«. Ohnehin habe er »den Beschluss des Parteipräsidiums nie so verstanden, dass es nur Armin Laschet werden kann«. Man habe dabei lediglich »festgestellt, dass es zwei geeignete Kandidaten gibt. Der Auftrag war, dass Armin Laschet die Frage der Kanzlerkandidatur mit Markus Söder klärt.«

Uneingeschränkte Rückendeckung hat Laschet weiterhin von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther. Günther forderte Söder zuletzt offen zum Rückzug auf. »Präsidium und Bundesvorstand der CDU mit allen Landesverbänden und Vereinigungen haben sich am vergangenen Montag eindeutig für Armin Laschet ausgesprochen«, sagte Günther dem SPIEGEL. Nun sei es Zeit, dass Söder sein Versprechen einlöse, und die Kandidatur des CDU-Vorsitzenden »ohne Groll« unterstütze.

Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) erhöhte zuletzt den Druck auf CSU-Chef Söder. Es sei nicht…