In die diplomatischen Bemühungen zum Klimaschutz kommt neuer Schwung. Nach einer Videokonferenz mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping äußerten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron positiv über die Klimaziele der Volksrepublik. Die Beratungen erfolgten eine Woche vor dem virtuellen Klimagipfel, zu dem der neue US-Präsident Joe Biden eingeladen hat. Auch der amerikanische Klimabeauftragte John Kerry führte in Shanghai Gespräche mit seinem Amtskollegen Xie Zhenhua. Der US-Präsident hofft auf neue Zusagen zum Klimaschutz auf dem zweitägigen Gipfel, zu dem rund 40 Staats- und Regierungschefs eingeladen sind.

Xi: Bis 2060 ist Volksrepublik CO2-neutral

Die USA und China sind die größten Kohlendioxidproduzenten, so dass es besonders auf ihre Bemühungen ankommt. So begrüßten Merkel und Macron, dass Xi Jinping in der Videokonferenz das Ziel Chinas bekräftigt habe, noch vor 2060 CO2-neutral zu werden, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin mitteilte. Beide unterstützen auch den Ansatz Pekings, Einsparziele bei den Treibhausgasemissionen kurzfristig anzupassen. Darüber hinaus warben Merkel und Macron für zusätzliche gemeinsame Anstrengungen zum Schutz der Biodiversität bei der für Oktober geplanten 15. Vertragsstaatenkonferenz zur Biodiversitätskonvention in der chinesischen Stadt Kunming.

China müsste einer Studie zufolge noch in diesem Jahrzehnt einen großen Teil seiner Kohlekraftwerke abschalten und durch Wind- und Solar-Energie ersetzen, um seine Versprechen beim Klimaschutz einhalten zu können. Die Kohlendioxid-Intensität seiner Energieerzeugung müsste dafür bis 2030 halbiert werden, ermittelte die in London ansässige Forschungsgruppe Transitionzero. Der Umstieg auf saubere Alternativen werde aber langfristig Kosten in Höhe von umgerechnet 1,6 Billionen US-Dollar einsparen, schrieben die Autoren.

China baut noch zu 60 Prozent auf Kohle

Das bevölkerungsreichste Land der…