In Myanmar haben die Gegner des Militärs eine eigene Regierung ausgerufen. Ihr gehörten abgesetzte Abgeordnete, Anführer der jüngsten Proteste und Vertreter der ethnischen Minderheiten im Land an, hieß es in einer Erklärung. „Heißen Sie die Volksregierung willkommen“, rief Min Ko Naing, eine Führungspersönlichkeit der Demokratiebewegung, seine Landsleute auf. In seiner zehnminütigen Videobotschaft sagte er über die Militärregierung: „Wir wollen sie an der Wurzel packen, daher werden wir viele Opfer bringen müssen.“ Eine Stellungnahme der Armee liegt bislang nicht vor.

Vertreter der Karen-Minderheit Premierminister

Zum Interims-Premierminister wurde Mahn Win Khaing Than ernannt, ein Vertreter der ethnischen Karen-Minderheit und Christ. Der gestürzte Präsident Win Myint behält seine Position, ebenso wird die abgesetzte De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi weiter als Staatsrätin aufgeführt. Neben Mahn Win Khaing Than wird noch ein Repräsentant der überwiegend christlichen Chin-Minderheit genannt. In einem Bericht des Nachrichtenportals Myanmar Now hieß es indes, unter den insgesamt 26 Kabinettsmitgliedern befänden sich Vertreter von 13 ethnischen Nationalitäten sowie acht Frauen.  

Mahn Win Khaing Than soll als Regierungschef fungieren

In den sozialen Medien gab es aber nicht nur Zustimmung. Einige Nutzer kritisierten, der „Regierung der Nationalen Einheit“ gehörten kaum Vertreter von Parteien abseits von Suu Kyis gestürzter „Nationaler Liga für Demokratie“ (NLD) oder Rebellen-Organisationen ethnischer Minderheiten an.

Anleihen an Lage in Venezuela

Min Ko Naing äußerte sich nicht konkret über politische Vorhaben der Gegenregierung. Zu den vorrangigen Zielen soll jedoch die internationale Anerkennung und eine Unterstützung des Auslands gehören.

Ihr Minister für internationale Zusammenarbeit, Dr. Sasa, sagte, man wolle die Gewalt beenden, die Demokratie wiederherstellen und eine „föderale demokratische Union“ errichten. „Für unser…