Die Lieferungen von Biontech-Impfstoff nach Deutschland sollen ab der übernächsten Woche massiv steigen. Nach SPIEGEL-Informationen planen die Hersteller Biontech und Pfizer, vom 26. April an vier Wochen lang jeweils gut 3,4 Millionen Dosen »Comirnaty« an die Bundesrepublik auszuliefern. Das sind rund 900.000 Dosen mehr, als bislang vorgesehen waren.

Von Ende Mai bis Ende Juni sollen dann sogar fünf Chargen mit je 5,135 Millionen Portionen nach Deutschland kommen. Das wäre rund doppelt so viel, wie Biontech und Pfizer zurzeit liefert. Insgesamt sollen bis zum Ende des Quartals noch mehr als 45 Millionen Dosen »Comirnaty« hierzulande eintreffen: etwa zehn Millionen Dosen mehr, als bisher geplant war.

Die rund zehn Millionen zusätzlichen Dosen können Deutschlands Impfzentren und Hausärzte dringend gebrauchen nach den vielen Rückschlägen mit Vakzinen anderer Hersteller.

AstraZeneca etwa hat seine Lieferversprechen wiederholt gebrochen; Johnson & Johnson hat zwar schon seit Anfang März die USA versorgt, nicht aber die EU – obwohl der Impfstoff in den Niederlanden hergestellt wurde. Und die für diese Woche geplante Markteinführung in Europa hat der US-Konzern wegen der Untersuchung vereinzelter Fälle von Sinusvenenthrombosen bei amerikanischen Geimpften kurzerhand gestoppt.

Einen – zurzeit noch unwahrscheinlichen – Komplettausfall von Johnson & Johnson könnten die zusätzlichen Biontech-Lieferungen rein mengenmäßig nicht kompensieren. Deutschland sollte 10,1 Millionen Dosen dieser Vakzine bekommen; diese muss im Gegensatz zu »Comirnaty« allerdings nur einmal verabreicht werden.

Dafür ist der Biontech-Impfstoff bei den Deutschen viel beliebter als die anderen Produkte. Zudem liefern Biontech und Pfizer seit Wochen zuverlässig die vereinbarten Mengen – zuletzt sogar wiederholt etwas mehr als angekündigt.

Und so bildet »Comirnaty« das Rückgrat der deutschen Immunisierungskampagne mit mehr als 15 Millionen von insgesamt gut 20 Millionen verabreichten…