Halloumi-Käse ist eine Art Nationalsymbol auf Zypern. Kein Wunder also, dass der beim Kauen so charakteristisch quietschende Grillkäse schon so manchen Streit heraufbeschworen hat. Etwa bei Verhandlungen um Handelsabkommen, oder in der Frage nach dem Urheberrecht. So wehrten sich die Hersteller schon einmal erfolgreich gerichtlich gegen die Verwendung des Namens für durch Konkurrenten aus Bulgarien. Nun hat die Europäische Kommission den Schutz für Halloumi verbessert – und das für Käse von griechischer und türkischer Seite der Mittelmeerinsel gleichermaßen.

Halloumi aus beiden Landesteilen Zyperns – auf Türkisch Hellim – ist nun in der EU künftig als »geschützte Ursprungsbezeichnung« eingetragen, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Somit gelten nach jahrelanger Vorarbeit bestimmte Qualitätsansprüche. Das Produkt muss nach bestimmten Verfahren in einem bestimmten Gebiet erzeugt, verarbeitet und hergestellt worden sein.

Wirtschaftliche Vorteile für Zypern

Dass die Entscheidung für beide Landesteile der geteilten Insel gilt, kann als Besonderheit gesehen werden. Die EU-Kommission sprach von einem »symbolträchtigen Schritt, der die beiden Gemeinschaften einander näherbringt und Vertrauen durch Zusammenarbeit schafft«.

Zypern ist seit 1974 geteilt in einen griechisch-zyprischen und einen türkisch-zyprischen Teil. Die gesamte Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. EU-Recht und -Regelwerk gelten im türkisch-zyprischen Norden jedoch nicht – es sei denn, es gibt wie im Fall des Halloumi eine Lösung. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt.

Der Antrag auf Anerkennung als »geschützte Ursprungsbezeichnung« stammt bereits aus dem Jahr 2015. Nun wurde ihm unter Zustimmung der EU-Staaten stattgegeben. Nur Halloumi/Hellim, »der in Zypern unter Einhaltung der Produktspezifikation hergestellt wird, darf künftig den eingetragenen Namen tragen, was klare wirtschaftliche Vorteile für Zypern bringt«, teilte die EU-Kommission…