Zwar ist die Architekturbiennale in Venedig das weltweit größte und wichtigste Festival seiner Art. Doch zwei Mal schon musste das Spektakel wegen Corona verschoben werden, erst vom letzten Frühjahr auf den Herbst, dann vom Herbst in dieses Frühjahr. Und auch im dritten Anlauf steuert die ″17. Biennale Architettura“ abermals auf einen ungewissen Termin zu: Vom 22. Mai bis 21. November 2021 soll die Großschau am Lido als „physisches Ereignis“ stattfinden, wie die Veranstalter versichern. Gleichwohl ein Wagnis, wie Biennale-Präsident Roberto Cicutto bei einer Online-Präsentation am Montag (12.04.2021) einräumte.

″How we will live together?“ (Wie werden wir in Zukunft zusammenleben?) ist das Generalthema der 17. Ausgabe, das der Architekturtheoretiker und Chefkurator Hashim Sarkis noch vor der Pandemie ausgegeben hatte. Im Sinn hatte der gebürtige Libanese damit vor allem Themen wie Klimawandel, Migration und eine zunehmende politische Polarisierung.

Im Zeichen von Corona

Biennale-Direktor Biennale-Präsident Roberto Cicutto (vorne) und Chefkurator Hashim Sarkis bei der Online-Präsentation des Programms für 2021

Nun aber steht auch die Architekturbiennale ganz im Zeichen von Corona, wie Sarkis bei der Präsentation seines Programms erläuterte. Die gesellschaftliche Rolle der Architektur will er mit Zusatzangeboten beleuchten. Neben den üblichen Ausstellungen in den Länderpavillons plant er zusätzliche Publikationen und Filmbeiträge, Symposien zu Themen wie Sport, Flüchtlingskrise oder Wiederaufbau sowie eine „Ausweitung in Richtung Tanz“. Auch auf einen Blick hinter die Kulissen kann sich das Biennale-Publikum freuen, beim Besuch in der Lagunenstadt oder im Internet, so Sarkis.

Der deutsche Pavillonsieht sich auf die neue Lage bestens vorbereitet, vor allem mit Filmen, die über das Internet abrufbar sind. Keine Texte, keine Bilder, keine Modelle, keine Installationen – der eigentliche Ausstellungsort in den „Giardini“, einem Parkgelände, wird…