Das iranische Staatsfernsehen hatte am Sonntag zunächst einen Zwischenfall in Natans gemeldet. Es habe ein Problem im Stromnetz der dortigen Atomanlage gegeben, sagte ein Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde. Niemand sei verletzt worden und es habe auch keine Kontamination gegeben. Am Samstag hatte der Iran mitgeteilt, neue Zentrifugen zur Urananreicherung in Natans in Betrieb genommen zu haben.

Nuklearer Terrorismus?

Wenig später klang es anders. „Um die Ziele jener zu durchkreuzen, die diesen terroristischen Akt befehligt haben, wird der Iran zum einen seine Nukleartechnologie weiter verbessern und zum anderen weiter an einer Aufhebung der repressiven US-Sanktionen arbeiten“, sagte der Chef der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, im staatlichen Fernsehen. Sein Land behalte sich vor, gegen die Täter vorzugehen. Salehi forderte die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und die internationale Staatengemeinschaft auf, ebenfalls auf „diesen nuklearen Terrorismus“ zu reagieren. Ein IAEA-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

In der vergangenen Woche wurden die Atomgespräche in Wien wieder aufgenommen

In Israel berichtete der öffentlich-rechtliche Sender Kan, der Mossad habe einen Cyberangriff gegen die Atomanlage von Natans ausgeführt. Der Sender berief sich auf Geheimdienstquellen, ließ aber offen, aus welchem Land. Der Schaden in Natans sei größer als vom Iran bekanntgegeben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte sich bei einer Veranstaltung mit Führungskräften aus Militär und Geheimdienst zwar nicht über den Zwischenfall von Natans. Er sagte jedoch, der Kampf gegen die Nuklearisierung des Iran sei eine gewaltige Aufgabe.

Was wird aus dem Atomabkommen?

Im vergangenen Jahr war in der unterirdischen Anlage nahe der Stadt Natans ein Brand ausgebrochen. Die Regierung hatte dies ebenfalls als Versuch ausgemacht, das Atomprogramm des Landes zu sabotieren. Derzeit laufen Bemühungen zur Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015, das…