Die Hannover Messe ist normalerweise die größte Industrieschau der Welt. Diesmal läuft sie wegen der anhaltend angespannten Coronalage rein digital ab. Mehr als 1800 Aussteller sind dabei, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte zur Eröffnung, die weitere Wirtschaftsentwicklung hänge entscheidend davon ab, inwieweit die Ausbreitung des Virus rasch unter Kontrolle gebracht werden könne.

Die Industrie selbst geht dabei offenbar von einem absehbaren Ende der Coronabeschränkungen aus. Während in der Bundesregierung eine Testpflicht für Unternehmen erwogen wird, sehen nämlich besonders die deutschen Kernbranchen Maschinenbau und Elektrotechnik relativ gute Chancen auf neue wirtschaftliche Stärke schon in diesem Jahr.

Wirtschaft: Regierung müsse Schnelltests zur Verfügung stellen

Realistisch sei für die Produktion »ein kräftiges Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr«, sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Jedoch bezieht sich dieses mögliche Wachstum nach dem Corona-Einbruch 2020 nun auf ein tieferes Ausgangsniveau. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) prognostiziert ein Produktionsplus von fünf Prozent.

Bei aller Freude über die Erholung der Nachfrage sorgen sich einige Unternehmen um Probleme in der Lieferkette: Es gebe Engpässe bei der Beschaffung von Vorleistungen, sagte ZVEI-Präsident Gunther Kegel. Lieferschwierigkeiten gebe es unter anderem bei Mikrochips, Kunststoffen, Stahl und Kupfer. »Knappe Transportkapazitäten führen zu deutlich höheren Kosten bei gleichzeitig längeren Lieferzeiten.«

Viele Unternehmen erhielten wieder deutlich mehr Bestellungen, sagte Russwurm. In etlichen Bereichen habe der verlängerte Lockdown indes Folgen. Die Wirtschaftsleistung dürfte 2021 laut aktualisierter BDI-Prognose um drei Prozent zulegen – einen halben Prozentpunkt weniger als zunächst angenommen. Voraussetzung zudem: ein »weitgehendes Zurückfahren pandemiebedingter Einschränkungen bis zum frühen Herbst« sowie…